Sport trifft Business mit Christoph Strasser
Sport trifft Business - September 2017, Graz.

Sport und Digitalisierung

3Business

Wie neue Technologien den Sport verändern.

„Im Business, im Alltag und in der Familie – überall will man heute erfolgreich sein und Siege feiern. Tägliche Erfolgserlebnisse zählen“, ist Alexandra Meissnitzer überzeugt. Die ehemalige Skirennläuferin und 2-fache Sportlerin des Jahres führte als Moderatorin durch den neunten 3Event der Reihe „Sport trifft Business“ am Donnerstag, den 14. September 2017 in Graz. Im modernen Ambiente des Joanneumviertels ließen sich Partner und Kunden von Drei von Persönlichkeiten aus Sport und Wirtschaft inspirieren und nutzten die Gelegenheit für Networking und Erfahrungsaustausch.
Rund um das Motto: „Wie die Digitalisierung den Sport verändert“ diskutierten Extremradler Christoph Strasser, Medienexperte Michael Schuen und 3CCO Rudolf Schrefl.

Sport trifft Business mit Christoph Strasser

Man muss das Große Ganze betrachten.

„Die Kombination aus Abenteuer und einen Kontinent aus eigener Muskelkraft zu überqueren, begeisterte mich schon immer“, erzählt Christoph Strasser. Klassischer Radsport wie die Tour de France interessierte den Steirer nie. Dafür aber die besonderen Herausforderungen: Er hält mit 7 Tagen, 15 Stunden und 56 Minuten den Streckenrekord für die 4.860 Kilometer lange Strecke quer durch die USA beim Race Across America. Bei seiner ersten Teilnahme 2009, ist er noch nicht ins Ziel gekommen. Grund waren die starken Temperatur- und Höhenunterschiede, die seiner Lunge so zusetzten, dass er drei Tage mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus lag. „Ich weiß noch heute wie besorgt meine Mutter damals war, weil sie seit Tagen nicht wusste was los ist – mittlerweile gibt es Livetracking und Livestreams“, erzählte Strasser. Die Kommunikation während dem Rennen und die Leute unmittelbar daran teilhaben zu lassen ist heute ein ganz wichtiger Faktor und eine irrsinnige Motivation. 2011 hat Christoph Strasser das Race Across America zum ersten Mal gewonnen, als jüngster Sieger aller Zeiten. Danach noch drei weitere Male, zuletzt 2017. Mit 22.000 Fans auf Facebook hat er als Rad-Sportler die größte Community in Österreich. Instagram, Twitter und Snapchat nutzt er nicht, er will sich auf einen Kanal reduzieren. „Man muss das Große Ganze beobachten“, rät er. Als Ein-Mann-Unternehmen entscheidet er komplett frei, an welchen Wettkämpfen er teilnimmt, organisiert alles selbst, von Social Media bis hin zur Flugbuchung seines Teams und Sponsorensuche.

Was ist der perfekte Umgang?

„Filme und Negative fahren nicht mehr Zug sondern auf der Datenautobahn“, bringen Michael Schuen und Rudolf Schrefl die mediale Entwicklung auf den Punkt. Vor 20 Jahren wurden beim Skifahren noch analoge Fotos gemacht und mittels Dunkelkammer entwickelt, die Negative wurden dann im Zug zur nächsten Redaktion transportiert. Heute existieren innerhalb von Sekunden Fotos in den Sozialen Medien. Michael Schuen plädiert dafür, dass gute Nachrichten etwas kosten sollten: „Verlässlichkeit gepaart mit Tempo und je schneller online desto besser, 24/7 – das ist ein Problem.“ Der korrekte Umgang mit Information ist seiner Ansicht nach die Eigenverantwortung von jeder und jedem einzelnen: „Wir sind heute alle gläsern und sichtbar.“ Rudolf Schrefl sieht bei der Digitalisierung Herausforderungen und Potenzial: „Die Connectivity muss für die permanent neu aufkommenden Technologien sichergestellt sein.“ Die Chancen sind vielfältig, dem Sport kann heute von Kooperationen über Datenanalyse bis hin zu Modellen zur Sensorik einiges geboten werden. Laut Strasser, der seinen Trainingsplan online abrufbar hat, in der Früh noch eine Erinnerungs-Mail bekommt, das Training aufzeichnet und abschließend synchronisiert, ist es ein riesengroßer Fortschritt, dass alles kabellos und einfacher funktioniert. Ein enormer Pluspunkt ist für ihn als Athlet die Möglichkeit, mit seinem Team mittels Headsets während eines Wettbewerbs ständig reden zu können, um konzentriert und munter zu bleiben.

Galerie: Ein Abend mit Radprofi Christoph Strasser

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Gadgets als Trainingsvorbereitung

Google Maps, Google Earth und GPS Tracking sind heute elementare Bestandteile in der Trainingsvorbereitung und -planung und haben die Renntaktik komplett verändert. „Sehr bald werden Virtual Reality Brillen und 360 Grad Kameras zum Einsatz kommen um vorab die Strecke abzufahren, ohne dass man sein Wohnzimmer verlässt“, so Schrefl. Interessant ist das auch für die Zuseher zu Hause, da diese dann genau das sehen, was Christoph Strasser während seines Rennens im Sichtfeld hat. „Diese neuen Technologien dem Sport zuzuführen und den Zusehern zu liefern was für sie besonders relevant ist, daran arbeiten wir als Mobilfunker gerade.“

Was sind die nächsten Trends?

Sportgadgets kommen jede Woche, jeden Monat neu auf den Markt und was mit den ganzen Daten die hier gesammelt werden, passiert, so Drei CCO Rudolf Schrefl, ist eine interessante Entwicklung. Ein Hinweis, den Michael Schuen hier aufgreift und eine Parallele zieht zu zukünftigen Trends: „Wie wird es in zehn Jahren aussehen?“ Große Trends und Entwicklungen sind schwierig abzuschätzen und man kann heute nicht mehr in Zehn-Jahres-Schritten oder gar in Zeithorizonten von zwei bis drei Jahren denken, schätzt Schrefl und plädiert auf einen bewussten Umgang mit Technologien wie Augmented Reality und Co.

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