Was sind Cookies? Gefährlich oder nützlich?

Text: Britta H. | 29. November 2019 11:26

Wenn Sie beim Internetsurfen über verschiedene Webseiten hinweg namentlich begrüßt werden, für Sie maßgeschneiderte Werbeanzeigen vorfinden oder Ihren Wohnort mit zutreffender Postleitzahl für das Versenden bei Onlinebestellungen vorgeschlagen bekommen, dann sind Cookies im Einsatz.

Die kleinen Textdateien ermöglichen, die Nutzerfreundlichkeit von Webseiten kontinuierlich zu verbessern. Cookies sind keine schädliche Software oder gar ein Virus, wie sie oft fälschlicherweise betrachtet werden. Welche Funktionen haben sie nun wirklich und für wen? Wer profitiert von den gesammelten Daten und wann können diese gefährlich werden? Bevor diese Fragen beantwortet werden, klären wir erst einmal auf, was Cookies überhaupt sind.

Was sind Cookies überhaupt?

Das Surfen im Internet ist aus unserem Leben kaum wegzudenken. Vom Arbeitsleben bis hin zum Entertainment-Erlebnis werden sämtliche Informationen aus dem World-Wide-Web bezogen. Damit das Surfen im Internet für Nutzer einfacher wird und Sie schneller zum gewünschten Sucherergebnis kommen, wird mittels Cookies Ihr Nutzerprofil angelegt. Mit jeder Sucheingabe auf Google, jedem Websiteaufruf und jedem Klick werden mithilfe von Cookies Daten auf Ihrem Rechner gespeichert, die gemeinsam ein individuelles Nutzerprofil ergeben.

Informationen wie beispielsweise Ihre bevorzugte Sprache, Ihr Standort und andere persönliche Seiteneinstellungen werden gespeichert und bei dem nächsten Webseitenaufruf automatisch angezeigt. Onlineshops speichern vielfältige Informationen, wie auch Namen, E-Mail Adressen und Telefonnummern, damit beim nächsten Besuch des Onlineshops bequem bestellt werden kann. Beim nächsten Einkauf müssen Sie als nicht mehr alle Daten angeben und können mit nur wenigen Klicks Ihre Bestellung abschließen. Damit Webseiten diese Daten nutzen dürfen, muss dafür zuvor das Einverständnis von Nutzern eingeholt werden. Somit können nur persönliche Daten genutzt werden, die Sie selbst dafür bereitstellen.

Welche Funktionen haben Cookies?

Cookies helfen, die Kundenerfahrung zu verbessern, in dem gutes, personalisiertes Service bei dem Aufruf von Webseiten angeboten werden kann. Auf Basis von gesammelten Kundendaten können einfachere und benutzerfreundlichere Webseiten zur Verfügung gestellt werden. Webseiten von Onlineshops erkennen die IP Adresse des Nutzers aufgrund von gespeicherten Cookies. Onlineshops können somit dem Kunden Waren, die noch im Warenkorb liegen, bei einem späteren Besuch des Onlineshops erneut anzeigen. Cookies speichern zum Beispiel auch Ihren Standort, damit Ihnen beim Onlineshopping automatisch das Land Österreich als Zustellungsland vorgeschlagen wird oder es werden Ärzte in Ihrer näheren Umgebung angezeigt, wenn Sie auf Google nach "Zahnarzt" suchen.

Diese kleinen Daten machen das Suchverhalten nicht nur einfacher, sondern stimmen die Suchergebnisse auf Ihre individuellen Bedürfnisse ab. Dank Cookies können individuell zugeschnittene Inhalte angezeigt werden, so auch Werbung, die genau zu Ihren Interessen und Bedürfnissen passt. Dabei können auch mehrere Personen der selben Zielgruppe oder Altersgruppe anonymisiert, mit relevanten Werbebotschaften angesprochen werden. Daher wird Männern, die im Internet surfen, in der Regel keine Werbung für Frauenschuhe vorgeschlagen und umgekehrt.

Bringen Cookies Gefahren mit sich?

Cookies werden oft fälschlicherweise mit Gefahren im Internet, wie zum Beispiel Datendiebstahl oder Schadsoftware in Verbindung gebracht. Schädlich sind Cookies aber keinesfalls, sondern helfen Nutzern, sich beim Internetsurfen leichter zurecht zu finden. Ganz im Gegensatz zu sogenannten Trojanern oder Javascript Codes, welche für kriminelle Aktivitäten im Internet verwendet werden, um an persönliche Daten heranzukommen. Von den gesammelten, pseudonymisierten Daten profitieren natürlich auch Werbetreibende, die zielgruppenspezifisch Werbung schalten können und damit nicht, wie im TV oder Radio, die breite Masse mit derselben Botschaft ansprechen. Bei der Pseudonymisierung werden Identifikationsmerkmale einer Person durch ein Pseudonym ersetzt. Statt dem Namen der Person wird ein Code aus Zahlen und Buchstaben verwendet. Das dient dazu, dass keine Rückschlüsse auf die Identität der Internetnutzer gezogen werden und dem Pseudonym kein „Gesicht“ zuweisen werden kann. Wenn Internetnutzer passende Werbung zu ihren Interessen und Bedürfnissen geschaltet bekommen, ist das natürlich auch ein Vorteil für sie. Stellen Sie sich vor, Sie suchen ein bestimmtes Geschenk für einen besonderen Anlass. Aufgrund Ihres Suchverhaltens, der Aufrufe bestimmter Webseiten und die Klicks auf Produkte wird Ihnen in weiterer Folge ein passendes Produkt über verschiedene Werbeformate vorgeschlagen. Cookies sind also sehr praktisch und bieten sowohl den Usern, als auch den Werbetreibenden eine Vielzahl an Vorteilen.

Wie können Cookies deaktiviert werden?

Die Anwendungsmöglichkeiten von Cookies sind vielfältig, genauso wie den Zweck, den sie erfüllen. Manche Cookiedateien sind für die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zuständig, manch andere sollen kommerzielle Zwecke erfüllen. Bevor sich Nutzer also dazu entscheiden Cookies zu deaktivieren, sollte der Zweck der Cookies genauer betrachtet werden um zu entscheiden, welche praktisch sind und welche lieber blockiert werden sollen. Die Verwendung der Standardeinstellung für Cookies läuft generell unbemerkt im Hintergrund ab, wenn eine Website Cookies speichert oder wenn der Internetbrowser Cookie-Informationen an eine Website übermittelt. Sie können Internetbrowser so konfigurieren, dass Sie selbst entscheiden welche Cookies genehmig, beziehungsweise abgelehnt werden sollen.

Problematisch sind häufig nicht die Cookies selbst, sondern die sozialen Netzwerke, in denen Nutzer viele private und persönliche Details über sich preisgeben. Anders als herkömmliche Webseiten, die nur allgemeine Zielgruppen anonymisiert ansprechen, werden Nutzer auf Social Media Plattformen ganz spezifisch basierend auf dem individuellen Verhalten angesprochen. Soziale Medien wie Facebook, Google und Co. brauchen dafür nicht einmal Cookies, sie arbeiten mit eindeutig identifizierenden Daten und keinen Pseudonymen. Diese persönlichen Daten werden mit dem Surfverhalten aus anderen Social Media Plattformen verbunden, um damit ein noch genaueres Nutzerverhalten zu identifizieren. Versuchen Nutzer Cookies zu blockieren, wird eine Fehlermeldung angezeigt, die darauf hinweist, dass die Anzeige von Produkten, der Browser oder Apps ohne die Zustimmung nicht mehr funktionieren. So verhindern Google und Co., dass Nutzer die Cookie Trackings komplett deaktivieren. Daher sollte nach dem Websiteaufruf versucht werden, sich abzumelden und die Cookies nach dem Besuch von Sozialen Netzwerken zu löschen.


Sicher im Internet surfen.


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