Das superrobuste Smartphone CAT S61 liegt auf einem roten Putztuch. Daneben liegen Schraubenschlüssel.
Robust oder Retro

Von Caterpillar bis ZTE: Die große Handy-Leistungsschau.

Text: Andreas List

Samsung und Sony zogen am MWC mit ihren neuen Top-Smartphones zwar die meiste Aufmerksamkeit auf sich. Allerdings tummeln sich mehr als 900 Aussteller in Barcelona, darunter viele Handyhersteller. So haben beispielsweise auch LG und ZTE neue Modelle präsentiert. Außerdem gab es Neues von Nokia. Wir haben uns in den Messehallen umgesehen.

CAT S61: Handy für Handwerker.

Als Hackler-Handys werden die Smartphones von Caterpillar gerne bezeichnet. Das ist keineswegs abwertend gemeint. Denn es drückt aus, was diese Handys können: Sie sind richtig robust gebaut und hart im Nehmen.

Dreck, Nässe und Stürze machen ihnen nichts aus. Sie überstehen problemlos den täglichen Einsatz in rauer Umgebung - auf einer Baustelle eben. "Be Unstoppable" ist daher auch der Slogan des Baumaschinenherstellers für sein neues Smartphone.

Robust und praktisch.

Das CAT S61 ist staub- und wasserdicht. Die dazugehörige Zertifizierung lautet IP68. Es entspricht militärischem Standard und übersteht 60 Minuten in einer Wassertiefe von 3 Metern locker.

Die Ausstattung ist auf Top-Niveau (5,2 Zoll FullHD-Display, Octa-Core-Prozessor und 4 GB Arbeitsspeicher). Das ist aber eher nebensächlich, denn das S61 trumpft mit ganz anderen Funktionen auf.

Beispiel gefällig?

An Bord ist eine Wärmebildkamera, die einen Temperaturbereich bis 400 Grad abdeckt. Mit dem VOC-Sensor können Sie die Luftqualität bestimmen. Außerdem gibt es einen lasergestützten Entfernungsmesser. Ein Arbeitsgerät eben.


LG lockt mit künstlicher Intelligenz.

Die Vorstellung des neuen Flaggschiffs hat LG auf das Frühjahr verschoben. In Barcelona gibt es dennoch ein neues Smartphone zu sehen. LG hat das Top-Modell vom Herbst, das V30, etwas aufgemotzt.

In der Neuauflage erhält das Modell den Beinamen "Thinq". Das weist schon auf Extra-Fähigkeiten hin, denn LG setzt auf künstliche Intelligenz. "Vision AI" heißt die Software, die sowohl Verbesserungen bei der Kamera als auch bei der Spracherkennung bringt.

Die eingebaute Dual-Kamera erkennt nun automatisch die Szene - ob Portrait, Landschaftsaufnahme oder künstliches Licht - und passt die Einstellungen automatisch an. LG verspricht zudem eine automatische Helligkeitsverbesserung ohne zusätzliches Bildrauschen.


Nokia: Der Veteran ist wieder da.

Nachdem Nokia die Smartphone-Ära verschlafen hat kam das Unternehmen unter die Räder. Microsofts Versuch, unter dem Namen Windows Phones zu vertreiben, war nicht sonderlich von Erfolg gekrönt.

Seit 2016 entwickelt mit HMD Global wieder ein finnisches Unternehmen Handys unter dem bekannten Namen. Bereits im vergangenen Jahr brachte HMD erste Smartphones auf den Markt. In Barcelona wurden nun weitere Geräte vorgestellt.

Das Matrix-Handy reloaded.

Vor über 20 Jahren hatte Nokia mit dem 8110 ein Handy auf den Markt gebracht, das durch die Verwendung im Science-Fiction-Klassiker "Matrix" Kultstatus erlangte. Verantwortlich dafür war die lässige Art, mit dem Slider-Handy Anrufe anzunehmen und zu beenden.

Nun bringt HMD eine Neuauflage des Matrix-Handys. Es heißt "Nokia 8110 4G" und kommt zeitgemäß mit LTE und farbigem Display. Installiert sind ein paar Google-Apps sowie Facebook und Twitter.

Weitere Apps stehen in einem App-Store zur Verfügung. Mit dabei ist natürlich auch der Handyspiel-Klassiker Snake in moderner grafischer Aufmachung.

Das Retro-Handy Nokia 8810 mit Slider in zeitgemäßem Design - schwarz und gelb.

Nokia 8 Scirocco.

Mit dem Nokia 8 Scirocco hat HMD aber auch ein modernes Smartphone im Angebot. Wie derzeit bei Smartphones üblich nimmt das Display fast zur Gänze die Vorderseite ein. Es ist über die Ecken gezogen und abgerundet.

Der Snapdragon-Prozessor ist auf dem neuesten Stand, 6 GB Arbeits- und 128 GB interner Speicher (erweiterbar mit SD-Karte) sind Standardausstattung. Bei der Kamera kooperiert der Hersteller mit Zeiss.

Verbaut ist eine Dual-Kamera. Die Linsen verfügen über 12 bzw. 13 Megapixel und zweifachem digitalem Zoom. In ersten Test waren die Aufnahmen sehr zufriedenstellend. In die Kamera-App ist auch die von Lumia-Handys bekannte Profi-Funktion integriert, bei der Sie anhand von Schiebereglern ein Feintuning machen können.

Smartphone von Nokia in Vorder- und Rückansicht.

ZTE Blade V9.

ZTE hat das Blade V9 im Messegepäck. Das Smartphone aus dem Mittelklassebereich hat dank Metallrahmen und Glas auf der Vorder- und Rückseite einen hübschen Look.

Angetrieben wird es durch einen Snapdragon-450-Chip. Beim Speicher gibt es verschiedene Modellvarianten: 2 bis 4 GB Arbeitsspeicher und 16 bis 64 GB Flash-Speicher. Mehr Kapazität gib es via SD-Karte. Wenn Sie auf den zusätzlichen Platz verzichten, können Sie den Slot nutzen, um eine zweite SIM-Karte einzusetzen.

Die Kamera ist als Dual-Variante eingebaut. Die Hauptoptik arbeitet mit 16 Megapixel und wird von der zweiten Linse mit 5 Megapixel unterstützt.

ZTE hat mit dem Blade V9 Vita noch eine komplett abgespeckte Variante hergezeigt. Gespart wird bei der Kamera und der Speichergröße. Dafür wird der Preis auch deutlich unter dem des großen Bruders liegen.

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