Frau in der virtuellen Realität
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Virtual Reality - Hype oder Zukunft?

Text: Laura Hermann

Werden wir künftig Filme in der virtuellen Realität sehen?

Diagonale Woche in Graz.

Graz zur Zeit der Diagonale. Die Stimmung war entspannt, alle waren neugierig auf die Filmauswahl und die Stadt übersät von Gesichtern, die man sonst nur aus Film und Fernsehen kennt. Hatte man Glück, stand man in den Diagonale-Kinos sogar mit einigen Berühmtheiten in der gleichen Schlange am Klo.

Das Filmfestival zeigt jährlich Stars zum Angreifen und setzt mit seinem Rahmenprogramm neue Maßstäbe. So auch zum Thema Virtual Reality. Denn genau dazu hatte am ersten Aprilwochenende eine Podiums-Diskussion im Schubert-Kino stattgefunden.

Virtual Reality – was tut sich in der Filmbranche?

Bislang assoziiert man Virtual Reality eigentlich nur mit Spielen und Unterhaltung. Doch VR kann eigentlich viel mehr. Es kann Sie unterstützen zum Beispiel Höhenangst loszuwerden. Es kann Sie an Orte bringen, wo Sie noch nie waren. Auch Serien oder Filme können über diverse Streaming-Dienste konsumiert werden. Und auch erste neuartige Versuche sind gestartet. Zum Beispiel die Serie des TV-Senders SyFy "Halcyon", die schon einige Folgen nur für VR produziert haben. In der Krimi-Serie konnte man dann in der virtuellen Realität den Tatort begutachten und Beweismittel in die Hand nehmen.
Dazu ist nun auch Hollywood aufgewacht. Denn Filme in der VR können interaktiv werden. Am derzeit am meisten erwartete VR-Film-Projekt wird gerade mit Hochdruck gearbeitet, denn es erscheint 2018. Für den neuesten Film von Steven Spielberg entwickelt HTC eigene Inhalte in der Virtual Reality. Dazu hat sich Regisseur Spielberg keinen geringeren Stoff ausgesucht als den VR-Kult-Roman „Ready Player One“ von Ernest Cline. Der 2010 erschienene Roman beschreibt die Welt als düsteren Ort. Wer kann, flüchtet in die virtuelle Welt „Oasis“, die einen unglaublichen Schatz verbirgt. Dem Finder winkt gigantischer Reichtum. Der Großteil des Film spielt in der virtuellen Realität. Was HTC für Inhalte bringt wird mit großer Spannung erwartet. Verfügbar werden die zusätzlichen VR-Inhalte über ihren Store Viveport für die HTC Vive sein. Aber nachdem HTC Inhalte ja auch in anderen Appstores veröffentlicht, ist es gut möglich, dass der Content zum Film auch bei Steam oder Oculus verfügbar sein werden.

Wie weit ist VR in Österreich?

In der österreichischen Filmlandschaft ist Virtual Reality noch nicht angekommen. Es gibt ein erstes Filmprojekt von Frederick Baker und Marcel Karnapke. Alt und neu könnte man in "Pitoti Prometheus" nicht besser zusammenbringen. Die beiden vereinen mit ihrem Film die moderne Technologie der virtuellen Realität und prähistorische Felskunst aus Italien.
Es scheint, als würden sich viele Filmemacher noch nicht ganz an Virtual Reality herantrauen. Denn natürlich würde dies auch einiges verändern. Drehbuchschreiber müssten Handlungsstränge anders angehen, das Kameraequipment ist aufwändiger, man bräuchte mehr Leute am Set und auch Schauspieler müssten sich anders und intensiver auf die Rolle vorbereiten.

Virtual Reality – die Technologie steht noch am Anfang.

Ob HTC Vive, Oculus Rift, Samsung Gear VR oder Google Daydream. Jede Hardware, die derzeit am Markt ist, es ist überall die erste Generation. Das heißt, hier wird viel geforscht und entwickelt und wir können noch einiges erwarten. Denken wir nur an zurück an die erste iPhone Generation und heute sind wir bei Nummer Sieben angelangt.
Auch in Bezug auf Kameratechnik wird sich vieles entwickeln. Denn mit professionellen 360-Grad-Kameras zu drehen, ist derzeit noch sehr aufwändig und teuer. Und auch die Flut an Daten darf man hier nicht unterschätzen. Also hier gibt es noch einige Technologien, an denen gerade ausgiebigst gefeilt wird, um sie einfacher und leichter in der Ausführung zu machen.

Wie überall: Veränderungen muss man zulassen.

Die spannendste Phase mit Virtual Reality ist jetzt. Denn derzeit wird getestet und ausprobiert. Und das ist ganz wichtig, denn kein Meister ist noch aus der virtuellen Realität rübergewandert. Technologien und Fortschritte müssen immer zuerst richtig durchgetestet werden. Filme über eine Virtual Reality Brille anzusehen, klingt für viele noch nach Zukunftsmusik, doch in Wirklichkeit sind wir kurz davor.
Die Vorstellung zukünftig die Handlung mitentscheiden zu können, ist spannend und futuristisch. Auch, dass es für Filme wie „Star Wars“ oder „Fluch der Karibik“ mehrere Enden in Zukunft geben könnte.

Ein beeindruckendes Beispiel ist das neue Musikvideo von den Gorillaz. Setzen Sie sich eine VR-Brille auf und lassen Sie sich von der britischen Comic-Band auf ihre Reise mitnehmen. Zuerst finden Sie sich in einem Zug wieder, doch dann begleiten Sie durch ein verlassenes Haus. Ein verrückter Trip in 360 Grad.

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