Das Internet der Dinge.


Podiumsdiskussion in der k47 Lounge, Wien


Drei Business lud am Dienstag in Kooperation mit der Tageszeitung Die Presse zu einer weiteren hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion, die sich diesmal mit dem Internet der Dinge (IoT) befasste.
Über die Herausforderung in der Wirtschaft diskutieren:
  • Eva Komarek, ehemalige Wirschaftsblatt-Chefredakteurin
  • Rudolf Schrefl, 3CCO
  • Christian Rupp, Sprecher Digitales Österreich
  • Gerald Steger, Geschäftsführer Café+Co
  • Thomas Grechenig, Professor an der TU Wien

IoT aus verschiedenen Perpektiven.

In seiner einführenden Keynote näherte sich Prof. Grechenig dem Thema IoT von vier verschiedenen Seiten: technologisch bedeute IoT die konstante Verbindung vieler Geräte mit zentralen Datenbanken, handwerklich müsse die Implementierung immer auf den jeweiligen Fall angepasst werden, politisch gelte es durch internationale Zusammenarbeit den großen – vor allem finanziellen – Vorsprung des Silicon Valley aufzuholen, und humanistisch betrachtet mache das Internet der Dinge nur dann Sinn, wenn es dem Internet der Menschen diene.

Was brauchen wir für IoT?
Die Diskutanten stimmten Rudolf Schrefl zu, dass das Internet der Dinge eine riesige Chance sei um Maschinen, Prozesse und Geschäftsmodelle neu zu denken. Auf die Frage nach der nötigen Infrastruktur erklärte Christian Rupp, dass heutzutage die Wirtschaft dem Breitband folge. War seinerzeit die Verkehrsinfrastruktur der wichtigste Faktor, seien die Regionen heute bei der Verfügbarkeit von schnellem Internet gefordert. Um dem zukünftigen Bedarf gerecht zu werden, werde es eine Mischung aus Glasfaser und Mobilfunk der 5. Generation brauchen. Hier sieht Rudolf Schrefl vor allem die Politik gefordert, mutiger zu sein und die Rahmenbedingungen, etwa bei Frequenzauktionen, Regulierung oder Datenschutz innovationsfreundlicher zu gestalten. Gerald Steger sieht gerade bei Infrastruktur auch einen regionalen Wettbewerb, da beispielsweise osteuropäische Länder über eine überraschend gute Infrastruktur verfügen. Die Herausforderung liege aber vor allem darin, die regional unterschiedlichen Gewohnheiten der Menschen bei der Produktentwicklung zu berücksichtigen, da nur so Akzeptanz und Erfolg möglich sei.

IoT am Beispiel von Café+Co.
Bei der Umsetzung von IoT-Projekten müssen sich Unternehmen laut Prof. Grechenig immer „nach der Decke strecken“, also die konkreten Bedingungen ansehen, Standardprodukte von Infrastrukturbetreibern evaluieren um Zeit und Geld zu sparen und mit Kinderkrankheiten umgehen. Am Beispiel von Café+Co bekamen die Zuhörerinnen und Zuhörer genauere Einblicke in Herausforderungen, die damit verbunden sind, rund 30.000 Kaffeeautomaten zwischen Bodensee und Moskau digital zu vernetzen. Gerald Stegers Fazit: IoT rechnet sich nicht ohne einen Plattformbetreiber, der Digitalisierung, Robotik und Sensorik integriert anbieten kann. Das neue IoT-Angebot von Drei richtet sich deshalb auch an Systemintegratoren, die damit auf Connectivity und Datenanalyse zurückgreifen können.


Österreich erst am Anfang.
Laut Christian Rupp hat erst ein Drittel der Unternehmen in Österreich erkannt, dass die Digitalisierung auch sie betreffen wird, nur wenige haben bereits eigene digitale Strategien entwickelt. In Zukunft werden sich aber fast alle Berufsstände damit auseinandersetzen müssen – von Juwelieren, die Schmuck im 3D-Drucker anfertigen, über Rauchfangkehrer, die von Sensoren im Rauchfang zur Reinigung gerufen werden bis zu Tankstellenbesitzern, die neue Erlebnisshopping-Konzepte entwickeln müssen, wenn Elektroautos eine 20minütige Ladepause brauchen.

Sport trifft Business - die Veranstaltungsreihe für 3Businesskunden



Nachlese zu den vergangenen Veranstaltungen:

Gerhard Zadrobilek – Juni 2016, Salzburg
Thomas Muster – Mai 2016, Graz
Felix Gottwald – März 2016, Wien