Das LG G8X ThinQ mit Dual Screen im Usertest.

Text: Stefan Holzer (Drei Kunde) | 10. Dezember 2019 10:40

Vor kurzem hat LG ein neues (Klapp-)Smartphone vorgestellt. Anders als die meisten Hersteller setzt LG dabei allerdings nicht auf einen zusammenfaltbaren Bildschirm zum Ausklappen, sondern auf einen unabhängigen Zweitbildschirm, verbaut in einer extra Hülle, die auch abnehmbar ist. Doch wie nützlich ist ein zweites Display im Alltag wirklich? Dieser Frage wollte ich auf den Grund gehen.

Das Design.

Doch zuerst einmal zum Äußeren des Geräts: Das Smartphone selbst wirkt schon beim ersten Auspacken groß. Mit seinem 6,4 Zoll Display und einem Gewicht von 192 g liegt es vergleichsweise schwer, aber doch noch angenehm, in der Hand und fühlt sich gut verarbeitet an. Wer sein Handy allerdings gern einhändig bedient, sollte bei dieser Größe auch selbst große Hände haben.

Gutes Display, großer Akku.

Das 6,4 Zoll AMOLED-Display mit Mini-Notch für die Frontkamera ist sehr hell und gibt Farben gut wieder. Die von LG wie gewohnt angepasste Benutzeroberfläche läuft mit Android 9 sehr flüssig. Apps starten schnell – der unter dem Display verbaute Fingerabdrucksensor arbeitet allerdings leider nicht sehr zuverlässig und ist eher langsam. Der große Akku versorgt das Handy mit ausreichend Energie, um gemütlich über den Tag zu kommen. Wer sein Smartphone weniger intensiv nutzt, kommt auch mal 2 Tage über die Runden, ohne an die Steckdose zu müssen.

Das Zusatz-Display.

Doch wie schaut es jetzt mit dem eigentlich wichtigsten Feature vom neuen LG-Flaggschiff, dem zweiten Display, aus? Das Smartphone ist schnell und einfach in die Zusatzhülle mit Zweitdisplay gesteckt – und das Handy plötzlich merkbar dicker, höher und unhandlicher als zuvor. Hosentaschen- und Alltagstauglich ist das Handy in der Zusatz-Hülle leider nicht mehr. Und doch bietet das Smartphone auf diese Weise ein paar neue Möglichkeiten.

Für das zweite Display verbaut LG nochmal das gleiche Panel in die Hülle, wie es schon im Smartphone selbst verbaut ist – inklusive Notch am oberen Rand. Dies hat den Vorteil, dass Helligkeit und Farben bei beiden Displays die gleichen Werte haben sollten.

Links im Bild das das zweite Display. Rechts das LG G8X Smartphone.

Einstellungen vom Dual-Screen.

Die Einstellungsmöglichkeiten für das zweite Display sind begrenzt, aber sinnvoll gehalten. So kann man auswählen, ob die Helligkeit von beiden Displays synchronisiert oder unabhängig voneinander einstellbar sein sollen. Im Querformat lässt sich das Bild am Zusatzdisplay um 180° drehen und der Inhalt der Bildschirme lässt sich tauschen. Was zwar sinnvoll wäre, aber leider nicht geht: eine App auf beiden Bildschirmen gleichzeitig anzeigen lassen. Zwei Fotos aus der Galerie miteinander vergleichen, oder auf zwei verschiedenen Seiten im Internet gleichzeitig surfen geht also leider nicht. Wer die Hülle oben hat, den Dual-Bildschirm aber gerade nicht verwenden möchte, der kann diesen über das Menü ausschalten. Oder einfach auf die Rückseite umklappen – praktisch, wenn man mal telefonieren möchte. Der Hauptbildschirm lässt sich allerdings leider nur in den „Ruhezustand“ versetzen, wo lediglich die Display-Helligkeit reduziert, das Display jedoch nicht ausgeschaltet wird.

Auch zwei unterschiedliche Bildschirm-Hintergründe können gewählt werden, wodurch sich mit etwas Spielerei einfach ein breiteres Hintergrundbild erstellen lässt. Für den Sperrbildschirm geht das allerdings leider nicht.

Für einen schnellen Überblick über die aktuellen Benachrichtigungen und die Uhrzeit ist außen am Dual-Display ein weiteres kleines Display versteckt, welches sich automatisch einschaltet, sobald man das Handy anhebt.

Mein Use-Case.

Nachdem ich mich lange Zeit gefragt habe, für was ich denn nun das zweite Display nutzen könnte, kam ich nur auf wenige Möglichkeiten, welche für mich persönlich sinnvoll sind. Die meiste Zeit habe ich das zweite Display einfach zum Netflix- oder Drei TV schauen genutzt. So wird das Handy entweder einfach zum „Ständer“ für das Display und man muss weder auf ein flach liegendes Handy schauen, noch es die ganze Zeit halten, oder man kann nebenbei noch ein wenig im Internet surfen und seine Nachrichten beantworten. Die Hülle hab ich meistens in meiner Jackentasche mit gehabt – im Winter kein Problem, im Sommer wohl in dieser Form schwer möglich.

Mein Fazit.

Wer schon jetzt oft zwei Apps auf seinem Bildschirm verwendet, der wird im Dual-Screen von LG einen deutlichen Mehrwert sehen, denn oft sind Dinge übersichtlicher, wenn sie nebeneinander, statt untereinander angezeigt werden. Für den durchschnittlichen Smartphone-Nutzer hat der Dual-Screen allerdings wenig nutzen und stört im Alltag durch die deutlich größeren Ausmaße des Geräts mehr, als er nutzen kann.

Wer allerdings einfach ein leistungsstarkes, schickes Smartphone mit gutem Akku und großem Display sucht, der kann ebenfalls zum LG G8X greifen – der zusätzliche Bildschirm muss ja nicht mitbenutzt werden.


Der Autor dieses Tests, Stefan Holzer, ist seit Jahren ein treuer Drei Kunde und Android User. Das LG G8X bekam Stefan für den Testzeitraum von Drei zur Verfügung gestellt. Fotos: (c) Stefan Holzer.


Gesponserte Artikel

Fragen? Hier entlang!