Bei Drei betreue ich auch die Sicherheitsprodukte für Betriebe. Davor habe ich 15 Jahre lang selbst Software gebaut. Diese Masche hier finde ich fachlich die unangenehmste von allen. Weil sie nicht die Technik angreift, sondern den Ablauf.
Als Selbstständige:r oder kleiner Betrieb schaust du täglich auf eine Zahl. Was kommt rein. Die andere Zahl schaut sich kaum jemand an. Was kann rausgehen? Und zwar in dreißig Sekunden. Ohne dass jemand einen Fehler gemacht hat, den man ihm vorwerfen könnte.
Rechnungsbetrug: Die Masche, die am schwersten zu erkennen ist.
Es kommt eine E-Mail. Scheinbar von einem Lieferanten, mit dem du seit Jahren arbeitest. Der Betreff passt. Der Ton passt. Die Rechnung im Anhang ist die richtige Rechnung. Über den richtigen Betrag. Für die richtige Leistung.
Nur ein Satz ist neu. Man habe die Bankverbindung gewechselt. Hier die neuen Daten.
Nichts anderes wurde geändert. Nur die Kontonummer.
Es gibt also nichts zu prüfen. Keinen Rechtschreibfehler. Keinen falschen Absender. Keine seltsame Formulierung.
Oft ist das E-Mail-Konto des Lieferanten tatsächlich geknackt worden. Die Täter lesen wochenlang mit. Dann greifen sie im richtigen Moment ein. Bis die Zahlung durch ist, ist das Geld weitergeleitet.
Weltweit berichten 40 Prozent der Befragten von gefälschten Rechnungen. In Österreich entfallen 61,6 Prozent der Wirtschaftskriminalität auf Betrug. Bei insgesamt 103.185 Anzeigen im Jahr 2025.
Weitere Betrugsvarianten im Unternehmen.
- CEO Fraud, die gefälschte Chef-Mail: Eine E-Mail, scheinbar von der Geschäftsführung, an die Buchhaltung. Eine dringende, vertrauliche Überweisung. Bitte ohne Rückfragen. Das sind zwei Warnsignale in einem Satz: Eile und Geheimhaltung.
- Ein neuer Kontakt gibt sich als bestehender Partner aus und ändert die Stammdaten.
- Ein geknacktes Postfach: Die Täter antworten in laufenden Gesprächen mit. Für dich sieht es aus wie der übliche Austausch.
- Gefälschte Bestellungen mit gestohlenen Zahlungsdaten: Die Ware geht raus. Die Zahlung wird später zurückgebucht. Der Schaden bleibt bei dir.
- Erpressungssoftware auf ungeschützten Geräten: Dann verlierst du nicht Geld, sondern die Fähigkeit zu arbeiten.
- Schadprogramme in Apps: Immer wieder schaffen es manipulierte Apps durch die Prüfung der offiziellen App-Stores. Auf einem Gerät, auf dem privat und geschäftlich vermischt sind, betrifft das auch Firmendaten.
Zwei Regeln, die den Großteil abfangen.
Das Wirksamste ist hier keine Software. Es ist ein Ablauf. Zwei Regeln, schriftlich festgehalten, für alle verbindlich.
Regel 1: Jede Änderung einer Bankverbindung wird telefonisch bestätigt.
Über die Nummer aus deinen eigenen Stammdaten. Nie über die Nummer aus der E-Mail. Dieser eine Anruf verhindert den Großteil des Rechnungsbetrugs. Er dauert zwei Minuten.
Regel 2: Ab einem festgelegten Betrag schauen zwei Personen drauf.
Ausnahmslos. Auch bei Eile. Besonders bei Eile. Denn Eile ist kein Grund für eine Ausnahme. Sie ist ein Grund für Aufmerksamkeit.
Dazu kommen zwei Kleinigkeiten mit großer Wirkung. Schalte auf allen geschäftlichen E-Mail-Konten eine zweite Sicherheitsstufe ein. Ein geknacktes Postfach ist der Ausgangspunkt der meisten dieser Angriffe. Und sprich mit deinem Team darüber. Wer die Masche kennt, ruft im Zweifel lieber einmal zu viel an.
Die technische Seite.
Der Drei Internetschutz Pro ist für genau diese Größe gemacht. Für kleine Betriebe ohne eigene IT-Abteilung, die trotzdem alle Geräte absichern müssen.
Er arbeitet auf zwei Ebenen.
Ebene 1: Netzwerk-Abwehr von schädlichen Inhalten im Drei Netz.
Sie schützt die Datenverbindung des Geräts, für das du den Internetschutz Pro buchst. Zum Beispiel den Internetzugang in deinem Büro. Dort filtert sie Gefahren für alle Geräte, die über dieses WLAN ins Netz gehen. Ohne Installation.
Ebene 2: Geräteschutz von Bitdefender.
Eine App auf PC, Mac, Tablet und Smartphone. Sie wirkt überall - auch beim Kundentermin oder im Home-Office.
Was die App konkret kann:
- Sie erkennt Schadprogramme, Erpressungssoftware und gefälschte Seiten in Echtzeit.
- Sie schützt Dokumente, Fotos und Videos davor, von Erpressungssoftware gesperrt zu werden.
- Sie findet Sicherheitslücken mit einem Klick: veraltete Programme, fehlende Updates, unsichere Einstellungen.
- Sie warnt dich, wenn Firmendaten oder Zugangsdaten in einem Datenleck auftauchen.
- Du verwaltest alle Geräte zentral über eine Weboberfläche.
Die Pakete: Small für 2,50 Euro im Monat für 2 Geräte. Medium für 3,90 Euro für 10 Geräte. Large für 4,90 Euro für 20 Geräte, mit bevorzugtem Support. Alle Pakete den ersten Monat gratis.
Für die meisten Kleinbetriebe passt Medium. 3,90 Euro im Monat für zehn Geräte. Gemessen an einer einzigen fehlgeleiteten Überweisung ist das eine kurze Rechnung.
Be safe!
Christoph
Quellen: Kriminalpolizeiliche Anzeigenstatistik 2025, BMI / Global State of Scams 2025 Report, GASA / drei.at Produktseiten, Stand Juli 2026
Bild: (c) Gemini
Artikel verfasst von Christoph Prantl aus dem Drei Redaktionsteam.
Über den Autor:
Christoph Prantl ist Produktmanager für Sicherheitsprodukte bei Drei. Seine Schwerpunkte sind Mobilfunksicherheit, Sicherheits-Apps sowie Kinder- und Familienschutz. Als Vater von drei Kindern verbindet er berufliche Expertise mit persönlicher Erfahrung und engagiert sich ehrenamtlich bei Maker Austria. Weitere Beiträge von Christoph findest du auf seiner Autorenseite.