Vier Jugendliche in der Schule posieren vor einem Smartphone.

Was hinter Insta, Twitch, Jodel & Co steckt.

Text: Christoph | 12. März 2021 14:52

Instagram, Twitch, Jodel. Noch nie gehört? Dann erkundigen Sie sich am besten bei Ihrem Nachwuchs. Denn unsere Kids und Jugendlichen bewegen sich dort wie selbstverständlich. Wir helfen aber auch gerne und erklären kurz, was hinter diesen Namen steckt.

Discord - Der Ort zum Reden.

Ursprünglich als Kommunikationsmittelswerkzeug für Gamer gedacht, gewann Discord während der Pandemie bei Jugendlichen enorm an Beliebtheit. Auch weil Hausaufgaben-Hilfen auf den Discord-Servern eingerichtet wurden und daher in der Zeit des Homeschoolings Verwendung gefunden haben. Die App ist eine Mischung aus Forum, Chat und Livestreaming. Wobei man nicht einmal die App braucht, um Discord zu nutzen. Discord kann auch im Browser - mit eingeschränkteren Funktionen - genutzt werden.

Mit Discord können verschiedene Chatkanäle eröffnet werden - entweder öffentlich zugänglich oder für ausgewählte Teilnehmer. Während Erwachsene zur Zeit Whatsapp, Signal und andere Messenger zum Kommunizieren mit Freuenden und Familie nutzen, verwenden Gamer - und zunehmend Jugendliche im Allgemeinen - Discord, um mit anderen im Kontakt zu stehen.

Instagram - die Welt in Bildern.

Instagram - oder kurz: Insta - ist ein soziales Netzwerk. Im Gegensatz zu Facebook dreht sich hier aber alles um Bilder, Videos und Stories. Auf Instagram laden die Nutzer Fotos hoch und teilen sie öffentlich. Alle, die das Profil abonniert haben, bekommen die Fotos gleich angezeigt. Ein wichtiges Feature von Instagram sind Stories. Nutzer teilen Bilder oder kurze Videos mit ihren Followern. Nach 24 Stunden werden Stories automatisch gelöscht.

Das klingt erstmal nicht sonderlich aufregend. Instagram wird aber hauptsächlich als App genutzt. Und der Vorteil davon ist: Das Fotografieren und vor allem das Bearbeiten der Bilder ist dank App sehr einfach.

Sie können Filter anwenden und das Foto dadurch optisch deutlich aufbessern. Helligkeit, Kontrast oder Farben können per Schieberegler geändert werden. So gelingt jedem Foto-Anfänger ein gutes Bild. Und für ein gutes Bild können andere Herzerl vergeben - als Pendant zu einem Like auf Facebook.


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Jodel - Chat mit Unbekannten.

Bei den etwas älteren Jugendlichen - vor allem im studentischen Bereich - ist Jodel der Renner. Das Erfolgsrezept: Bei Jodel kann man sich nach dem Herunterladen der App sofort anonym mit anderen Nutzern im Umkreis von 10 Kilometern austauschen.

Anders als bei den großen Plattformen erstellt man dabei kein Profil mit persönlichen Daten. Aber man ist immer im Bilde, was sich gerade in der unmittelbaren Nähe tut. Auf Jodel posten die Leute ihre Gedanken, Bilder und stellen Fragen. Es gibt Witze zu lesen ebenso wie Infos zu U-Bahn-Kontrolleuren oder philosophische Ergüsse.

Jeder kann mitmachen. Das Ganze ist völlig anonym. Profile, Namen oder persönliche Informationen gibt es dort nicht. Relevant ist nicht, wer etwas schreibt, sondern was geschrieben wird. Deshalb auch der Name der App, der auf die Kommunikationstechnik in den Alpen verweist.

Snapchat - Der Reiz des Vergänglichen.

Snapchat wird für die spontane Kommunikation mit Freunden verwendet - man chattet von einer Person zur anderen oder in Gruppen. Beliebt macht dich App, dass man sich um die Selbstpräsentation weniger Gedanken machen muss als bei anderen Apps: Die Inhalte verschwinden hier ohnehin wieder. Verschickte Bilder werden nach Sekunden wieder gelöscht. Theoretisch kann der Empfänger natürlich einen Screenshot machen, der Absender wird darüber informiert.

Auch ist es relativ einfach möglich, versendete Inhalte innerhalb der Ordnerstruktur des genutzten Smartphones zu finden und wieder herzustellen.

Die Idee der "sich selbst zerstörenden Inhalte" gab es bei Snapchat schon einige Jahre, bevor die nach 24 Stunden wieder verschwindenden Storys auf Instagram und Facebook auftauchten. Tatsächlich wollte Facebook Snapchat kaufen, das Start-up lehnte das Angebot jedoch ab.

TikTok - Musikvideos drehen.

Auch hoch im Kurs steht bei den Kids TikTok, dem Nachfolger von Musical.ly. Sie filmen sich mit der eigenen Smartphone-Kamera beim Tanzen. Zu Playback-Liedern bewegen sie ihre Lippen und erstellen so ein möglichst cooles Video. Wie gelungen der Auftritt ist, darüber stimmt dann die Community ab. TikTok bietet zusätzlich Funktionen eines Sozialen Netzwerks.

Twitch - YouTube für Gamer.

Auf Twitch können Zuseher Videospiele live verfolgen. Das Prinzip der Plattform ist einfach: Wer sich registriert, kann einen Kanal anlegen und dort Livestreams seiner Videospiele übertragen. Zuschauen kann jeder.

Bleibt die Frage: Warum schaut man stundenlang anderen beim Spielen zu? Da gibt es viele Gründe: etwa um sich Tipps zu holen oder um mit Gleichgesinnten zu chatten.

Ein Erfolg ist Twitch in jedem Fall. Viele Millionen Jugendliche weltweit nutzen die interaktive Plattform und kommentieren die Live-Streams. Dabei ist es keine Seltenheit, dass mehrere Tausend Zuseher gleichzeitig einen Spieler verfolgen.

YouTube - Videos ohne Ende.

Den ganzen Tag Computer spielen und damit Geld verdienen? Klingt nach dem Traum von vielen Jugendlichen. Einige haben es auch geschafft. Sie filmen ab, was sie im Spiel tun, kommentieren das und stellen diese Videos auf YouTube online. YouTube ist die bekannteste Plattform für Videos. Schätzungen gehen davon aus, dass mittlerweile mehrere Milliarden Videos online sind.

Abseits von lustigen Katzenvideos wird auf YouTube auch die Welt erklärt. Oft von jungen Menschen, sogenannten YouTubern. Manche von ihnen haben Millionen Zuseher und unter Kids und Jugendlichen bereits den Status von Weltstars erreicht.

YouTuber betreiben einen eigenen Kanal auf der Plattform. Dort stellen sie regelmäßig (wöchentlich bis täglich) neue Videos online, auf die Kanalabonnenten schon warten. Genauso wie Sie früher vielleicht der wöchentlichen Folge von "Knight Rider" oder "Sex and the City" im Fernsehen entgegen gefiebert haben.

Die YouTuber befassen sich meistens mit einem bestimmten Thema. Etwa Videospiele, Ernährungstipps, Styling-Ratgeber, Zaubertrick-Erklärungen, Mode-Beratung und vieles mehr. So manche erzählen einfach auch, was sie am Tag so alles erlebt haben oder geben Tipps für den Alltag.


Artikel verfasst von Christoph aus dem Planet Drei Redaktionsteam.

Über den Autor:

Christoph kennt die Welt des „Digital Life“ mindestens so gut wie seine Westentasche: Ob coole Fakten rund ums Streamen, die neuesten E-Sports oder um die Privatsphäre im Internet – Planet Drei Redakteur Christoph kennt jeden Schmäh der digitalen Welt. Bleiben Sie hier mit Christophs Artikeln zum Thema Digital Life auf dem Laufenden.


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