Gefahren in sozialen Netzwerken: So bleiben Sie sicher.

Text: Christoph | 02. Januar 2020 11:26

Auf sozialen Netzwerken teilen viele User regelmäßig Urlaubsfotos und sensible Details aus dem Alltag – oder klicken, ohne nachzudenken, auf unbekannte Links. Dabei werden sie leicht zum Ziel von Kreditkartenbetrug, Identitätsdiebstahl und Datenhandel. Wir zeigen Ihnen, welche Gefahren in sozialen Netzwerken schlummern und wie Sie in der Welt von Facebook, Instagram und Co. sicher bleiben.

Würden Sie Ihre Wohnungsschlüssel einem Fremden anvertrauen? Oder die PIN-Codes Ihrer Bankkarten groß auf Ihr T-Shirt drucken lassen? So abwegig Ihnen diese Fragen auch erscheinen mögen: Auf sozialen Netzwerken verhalten sich viele von uns auf ähnliche Weise unvorsichtig. Im Schein der vorgegaukelten Privatsphäre handeln wir oftmals leichtsinnig – und gehen unachtsam mit sensiblen Daten um. Welche Gefahren es in sozialen Netzwerken zu beachten gibt und wie Sie sich davor schützen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Gefahren in sozialen Netzwerken: So schützen Sie sich.

Grundsätzlich gilt: Besonders in sozialen Netzwerken kann eine gesunde Portion Misstrauen und Skepsis Ihre Daten und Ihr Geld retten. Das zeigen auch unsere Tipps für mehr Sicherheit auf sozialen Netzwerken:

  • Auf allen seriösen sozialen Netzwerken finden Sie in den Einstellungen auch Konfigurationen zu Ihrer Privatsphäre. Diese sind standardmäßig relativ lasch voreingestellt. Werfen Sie daher einen kritischen Blick darauf, wer Ihr Profil und Ihre Inhalte überhaupt sehen können soll.

  • Halten Sie Ihre Apps, Browser, Betriebssysteme und Antivirensysteme immer auf dem neuesten Stand.

  • Bevor Sie etwas Privates (z. B. Urlaubspläne, Wohnort oder Job) posten, hinterfragen Sie noch einmal, ob diese Informationen eventuell zu viel Einblick gewähren und missbraucht werden könnten.

  • Nutzen Sie ausschließlich die offizielle Webseite, offizielle Widgets und offizielle Apps der sozialen Netzwerke. Programme von Drittanbietern bergen höhere Sicherheitsrisiken.

  • Aktivieren Sie die sogenannte „Zwei-Faktor-Authentifizierung“. Damit erhalten Sie jedes Mal eine Benachrichtigung, wenn sich jemand in Ihr Profil einloggen möchte. Zudem wird ein einmaliger Code benötigt, der per SMS an Ihre Handynummer geschickt wird.

  • Melden Sie sich niemals auf öffentlichen Computern oder auf Computern von fremden Personen auf sozialen Netzwerken (oder anderen Plattformen) an. Ihre Anmeldedaten können mitgelesen werden.

  • Freundschaftsanfragen oder Nachrichten von Ihnen unbekannten Personen, die keinerlei Verbindungen (also keine Freundschaften mit Ihren Freunden) zu Ihnen aufweisen, sollten Sie ignorieren. Blockieren Sie solche Personen gegebenenfalls.

  • Klicken Sie niemals auf Links von fremden Websites oder fremden Personen.

  • Klicken Sie niemals auf Links von Freunden (auch von sehr guten Freunden), wenn diese scheinbar aus dem Nichts eine Nachricht mit einem Link an Sie versenden und dazu drängen, den Link zu öffnen. Im Zweifelsfall fragen Sie lieber per Anruf bei Ihrem Freund nach.

  • Wenn Sie ein E-Mail von einem vermeintlichen sozialen Netzwerk erhalten, vergewissern Sie sich, ob es sich dabei auch tatsächlich um dieses handelt. Überprüfen Sie die E-Mail-Adresse, ob Rechtschreibfehler im Mail vorhanden sind, ob sich das Design von dem der bisherigen Mails unterscheidet und ob ein Menübereich ganz unten im Mail vorhanden ist. Wenn Sie Zweifel haben, ignorieren Sie das Mail – egal, wie dringlich man Sie zu etwas drängen möchte.

  • Soziale Netzwerke – und im Übrigen auch Ihr Mobilfunkanbieter sowie Ihr Bank- oder Kreditinstitut – werden Sie per Mail, SMS oder Telefon niemals um Login- oder Bankdaten bitten. Geben Sie niemals Ihre persönlichen Daten auf diese Weise weiter.

  • Benutzen Sie verschiedene Passwörter für Ihre verschiedenen sozialen Netzwerke sowie Ihr E-Mail-Postfach.

  • Informieren Sie Ihre Kinder über Internetkriminalität und Sicherheit im Netz. Führen Sie regelmäßig Gespräche über mögliche auffällige Vorgänge.

  • Seien Sie besonders achtsam, wenn Sie mitbekommen, dass andere Personen öffentlich diffamiert werden. Fertigen Sie von der konkreten Situation einen Screenshot an und melden Sie dies umgehend dem sozialen Netzwerk sowie der Polizei.

Das soziale Netzwerk: Fluch und Segen zugleich.

Soziale Netzwerke sind Onlinedienste, die es ermöglichen, sich mit anderen Menschen zu vernetzen, selbstständig Bilder, Videos oder Texte zu produzieren und diese mit anderen Nutzern zu teilen. Dabei spielen persönliche Meinungen und Erfahrungen eine große Rolle – aber auch die Selbstdarstellung ist auf Social Media allgegenwärtig. Dazu dienen persönliche Profile, auf denen Nutzer Angaben zu ihrer Person machen, Inhalte von sich teilen und gerne den einen oder anderen Schwank aus ihrem Privatleben preisgeben. Zu den bekanntesten sozialen Netzwerken zählen Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat sowie TikTok. Sie alle unterscheiden sich in einigen Punkten voneinander. Was sie allerdings gemeinsam haben: Sie sind beliebte Angriffsflächen für Kriminelle, um Daten, Geld oder gar eine Identität zu stehlen.

Unsere Daten: Das neue Gold.

Unsere Daten sind, so sagt man, in der heutigen Zeit eines der wertvollsten Güter. Das bedeutet auch, dass wir besonders sorgfältig mit ihnen umgehen und Sicherheitsvorkehrungen treffen müssen. Wertvolle Dinge rufen allerdings auch Menschen mit kriminellen Absichten auf den Plan – und so versuchen Menschen, an die Daten unachtsamer Nutzer zu kommen. Kriminelle versuchen so, die Nutzer via Spionagesoftware zu beobachten und sensible Daten mitzulesen. Besonders in Acht nehmen sollten sich Nutzer daher vor Links oder Dateien, die von unbekannten Personen oder Organisationen versendet wurden. Außerdem ein beliebter Trick: Hacker schleusen sich im Computer ein und verschlüsseln die Festplatte – der Nutzer hat also keinerlei Zugriff mehr auf seine eigenen Daten. Anschließend soll das Opfer Lösegeld zahlen, damit die Festplatte wieder entschlüsselt wird.

Cyber-Mobbing: Virtuelle Schikane, reale Belastung.

Mit der fast unendlichen Freiheit im Internet und in sozialen Netzwerken ergibt sich auch eine Schattenseite der unbegrenzten Möglichkeiten: das Cyber-Mobbing. Dabei werden Menschen öffentlich oder in geschlossenen Foren im Internet schikaniert und diffamiert. Das kann über bewusste Ausgrenzung (eine einzelne Person wird aus einer Gruppe ausgeschlossen), aber auch über das gezieltes Schikanieren von Personen in Wort, Bild und Ton stattfinden. Das Tragische: Für Außenstehende ist diese Form des Mobbings schwer sichtbar, die Opfer sind oft mit ihrem Problem allein. Leider kommt Cyber-Mobbing besonders unter Kindern und Jugendlichen immer wieder vor, obwohl das Cyber-Mobbing seit 2016 sogar strafbar ist. Cyber-Mobbing stellt eine schwere, psychische Belastung für Betroffene dar und sollte daher unbedingt bei sozialen Netzwerken und der Polizei mit Screenshots der konkreten Situationen als Beweis gemeldet werden.

Identitätsdiebstahl: Das virtuelle Gesicht.

Auch in sozialen Netzwerken wird gestohlen, was nicht niet- und nagelfest ist – sogar ganze Identitäten. Mittels sogenannter Phishing-Mails oder -Nachrichten wird dabei oftmals versucht, an sensible Daten wie Name, Geburtsdatum, Adresse, Sozialversicherungsnummer, Ausweisnummer, Passwörter und Bankdaten zu kommen. Dabei wird Ihnen vorgegaukelt, dass Sie Ihre Daten bei einem sozialen Netzwerk, bei Ihrer Bank oder bei einem Online-Händler verifizieren, vervollständigen oder erneut eingeben müssen. Daher werden Sie auf eine nachgebaute Webseite weitergeleitet, die der echten Webseite zum Verwechseln ähnlich sieht. Dort werden Sie zur Eingabe sensibler Daten aufgefordert, welche im Anschluss dazu genutzt werden, in Ihrem Namen Einkäufe zu tätigen oder um auf Ihr Bankkonto zuzugreifen. Hierbei ist also besondere Vorsicht geboten.

Artikel verfasst von Christoph aus dem Planet Drei Redaktionsteam.

Über den Autor:

Christoph kennt die Welt des „Digital Life“ mindestens so gut wie seine Westentasche: Ob coole Fakten rund ums Streamen, die neuesten E-Sports oder um die Privatsphäre im Internet – Planet Drei Redakteur Christoph kennt jeden Schmäh der digitalen Welt. Bleiben Sie hier mit Christophs Artikeln zum Thema Digital Life auf dem Laufenden.


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