Das neue iPhone 12 im Test: Was es wirklich kann.

Text: Katharina Kiesenhofer | 26. November 2020 15:25

Kameraqualität, Reaktionsgeschwindigkeit, Display und Co: Wir haben das neue iPhone 12 auf Herz und Nieren – oder besser gesagt auf Prozessorleistung und Funktionalität – geprüft. Welche Features sind überzeugend? Und wo gibt es Verbesserungsbedarf? Bei einem ausführlichen Produkttest konnten wir das neue iPhone 12 ganz genau unter die Lupe nehmen.

Ob iPhone-Besitzer oder nicht: Die berühmte weiße Box, in der Apple seine Smartphones samt Zubehör hüllt, kennt wohl jeder. Auch bei diesem iPhone wurde in Sachen Verpackung auf Altbewährtes gesetzt und so steigt unsere Spannung langsam an, während wir die obere Boxhälfte hochziehen. Immerhin wird deren Inhalt in den nächsten Tagen zu unserem treuen Begleiter werden: Denn wir haben die Gelegenheit, das kürzlich gelaunchte iPhone 12 zu testen. Hier berichten wir, wie es sich im Alltag schlägt und was es wirklich kann.

Das iPhone 12 im Produkttest: der erste Eindruck.

Es gleicht beinahe einem feierlichen Prozess: Das Entnehmen eines neuen iPhones aus seiner Box will ausgekostet werden. Da macht das iPhone 12 jedenfalls keinen Unterschied. Unter dem Smartphone befinden sich die Bedienungsanleitung inklusive der Nadel für das SIM-Kartenfach sowie das passende Ladekabel mit USB-C-Anschluss. Auf weiteres Zubehör wurde verzichtet, so werden weder Netzteil noch Kopfhörer mitgeliefert. Etwas irritierend ist das schon, der Hersteller argumentiert dabei mit Umweltschutz. Für unseren Produkttest haben wir das iPhone 12 in der Farbe pazifikblau erhalten: ein satter, dunkler Blauton. Abgesehen von der auffälligeren Farbgebung, wird das bereits bekannte, minimalistische iPhone-Design weitergeführt – es hat dabei allerdings zu der etwas kantigeren Form der ersten Generationen zurückgefunden. Wir sagen: Daumen hoch für den hochwertigen, eleganten Look ohne überflüssigen Schnickschnack.

Display & Handling des iPhone 12: absolut überzeugend

Das iPhone 12 liegt sehr angenehm in der Hand und passt durch das flache Design auch gut in die Hosentasche. Schon die technischen Daten des Displays sind verheißungsvoll: Der Kontrast des OLED-Displays liegt bei 2.000.000:1 und unterstützt die HDR-Standards Dolby Vision, HDR10 und HLG. Bei unserem Produkttest zeigt sich, dass hier nicht zu viel versprochen wird. Das Super Retina XDR Display begeistert uns mit hohem Kontrast, strahlenden Farbnuancen und einer beeindruckenden Tiefe. Selbst feinste Konturen heller Aufnahmen werden detailgetreu abgebildet und wir können auch bei sehr hellem Umgebungslicht problemlos Texte lesen. Dabei reicht der 6,1-Zoll-Screen bis zum Aluminiumrahmen. Apple rüstet in Sachen Display mit weiteren Hard Facts auf, und das wortwörtlich: Dank sogenanntem Keramikschild soll eine viermal bessere Sturzfestigkeit des Displays gegeben sein. Zugegeben: Dieses Versprechen haben wir dann lieber doch nicht getestet.

Qualitative Fotos: die Kamera im Produkttest.

Jahr für Jahr wird die Qualität von Handykameras verbessert – und dementsprechend steigen auch unsere Erwartungen. Wie gut werden sich also die Linsen des iPhone 12 behaupten? Von ihnen befinden sich auf der Rückseite des Smartphones zwei Stück: eine Ultra-Weitwinkelkamera mit einer Brennweite von 14 Millimetern und eine Weitwinkelkamera mit 26 Millimetern. Beide Objektive lösen mit zwölf Megapixeln auf. Wir testen die Dualkamera bei verschiedenen Lichtverhältnissen und stellen fest, dass sie sich dank des neuen Nachtmodus auch bei Dunkelheit überraschend gut schlägt. Der Hersteller benennt diese Funktion mit dem Begriff „Deep Fusion“: Durch maschinelles Lernen werden Lichtverhältnisse analysiert und aus mehreren einzelnen Fotos ein scharfes Bild zusammengesetzt. Klingt nach Marketingfloskel, überzeugt uns im Produkttest aber wirklich. Das iPhone 12 schafft nämlich selbst bei schwierigen Bedingungen scharfe Fotos: bei blendender Mittagssonne, in düsterer Abenddämmerung oder auch bei fahlem Novemberlicht. Die aufgenommenen Bilder wirken dynamisch, dabei kommen verschiedene Texturen lebendig zur Geltung. Kein einziges unserer Testfotos ist verschwommen oder überbelichtet.

Porträtfunktion und Selfies mit dem iPhone 12.

But first … let me take a Selfie: Wer sich in diesem 2015er-Hit wiedererkennt, wird von der Porträtfunktion des iPhone 12 begeistert sein. Denn die wurde merkbar verbessert und das Knipsen von Gesichtern macht richtig Spaß damit. Fokussierte Motive treten noch wirkungsvoller hervor, während der Hintergrund mit Weichzeichnereffekt zurücktritt. Die absolute Königsdisziplin stellen allerdings immer noch scharfe Selfies mit der Frontlinse dar: Und auch in diesem Punkt überrascht uns das iPhone 12. Denn der neue Nachtmodus ermöglicht selbst bei schlechten Lichtbedingungen überzeugende Selfies, die keine weitere Nachbearbeitung erfordern – gerade die Dämmerung verleiht den Fotos eine spannende Dramatik. Ein weiterer gelungener Clou: die HDR-Videoaufnahmen mit Dolby Vision, wodurch auch mit der Frontkamera wirklich gute Videoclips entstehen.

Aufholbedarf bei Akku und Speicher.

Wer viel fotografiert, der benötigt auch einiges an Speicherplatz und Akkulaufzeit, soviel ist klar. Und in diesen Bereichen gibt es bei unserem Produkttest des iPhone 12 dann doch den ersten Punkteabzug. Die Akkulaufzeit zeigt keine Verbesserung zum Vorgängermodell – schlecht ist sie nicht, denn bei normaler Handynutzung kommen wir ganz gut durch den Tag. Wer allerdings Navigationssystem und Kamera häufig verwendet, oder viel Zeit mit streamen und gamen verbringt, wird dann doch schnell an die Grenzen stoßen. Auch in Sachen Speicher beschränkt sich Apple beim Standardmodell auf einen Speicherplatz von 64 Gigabyte, der sich nicht erweitern lässt. Wer mehr Speicher benötigt, muss auf die teureren Modelle mit 128 GB bzw. 256 GBoder auf ein iCloud-Abonnement – zurückgreifen.

Einwandfreie Reaktionsgeschwindigkeit dank starkem Prozessor & 5G-Mobilfunk.

Als „Beginn einer neuen Ära“ bezeichnet Apple-CEO Tim Cook eine ganz besondere Neuerung der iPhone 12 Modelle: sie sind 5G-fähig. Die Downloadgeschwindigkeit ist mit bis zu einem Gigabyte pro Sekunde höher denn je. Wenn keine hohen Datenraten benötigt werden, wechselt das iPhone im Smart-Data-Modus allerdings automatisch zurück auf LTE, denn 5G verbraucht einiges an Akku. Zur 5G-Technik gesellt sich dann noch ein starker A14 Bionic-Prozessor. Wir haben Videos in höchster Auflösung gestreamt, gleichzeitig mehrere Apps heruntergeladen und verschiedene Games durchprobiert: Das iPhone 12 spielt alle Stücke und verblüfft uns mit einer Reaktionsgeschwindigkeit, die wir von Smartphones noch nicht kannten. Auch FaceTime-Anrufe sind flüssig und frei von Störungen. Der Geschwindigkeitstest mit dem Benchmark-Tool „Geekbench 5” attestiert dem Smartphone übrigens Werte, die sich mit früheren iPads vergleichen lassen. Und es ist wirklich so: Fast scheint es, als reagiere das iPhone 12 noch bevor wir selbst überhaupt wissen, welche App wir gerade öffnen wollten.

Weitere Features des iPhone 12: MagSafe, Face ID und Co.

Das iPhone 12 bringt noch einige weitere Features mit sich: etwa den sogenannten MagSafe. Dabei handelt es sich um einen nicht sichtbaren, ringförmigen Magnet auf der Rückseite des iPhones. Er hält passendes Zubehör fest und dient als Haftpunkt für das kabellose MagSafe-Ladegerät, wodurch ein Verrutschen auf der Ladefläche verhindert wird. Außerdem dürfen tollpatschige Wassersportler aufatmen, denn das iPhone 12 soll 30 Minuten lang in sechs Meter tiefem Wasser aushalten. Die Entsperrung des Smartphones ist, wie auch schon bei seinen Vorgängern, nicht nur mittels Zahlencode, sondern auch per Face ID möglich. Ausgestattet ist es mit dem Betriebssystem iOS 14, das mit Kurzbefehlen und Widgets besonders flotte Ausführungen ermöglicht. Das iPhone 12 ist zur Zeit des Entstehen dieses Artikels in fünf verschiedenen Farben und drei weiteren Modellen (Mini, Pro und Pro Max) erhältlich.

Unser Pro und Contra zum iPhone 12.

Apple hat mit dem iPhone 12 ein überzeugendes Smartphone auf den Markt gebracht. Herausragend ist die hohe Reaktionsgeschwindigkeit: das Zusammenspiel aus leistungsstarkem Prozessor und smartem Display ermöglicht flüssige Abläufe ohne Verzögerung. Auch in Sachen Downloadgeschwindigkeit werden mit 5G ganz neue Maßstäbe gesetzt: Streaming und Gaming wird störungsfrei. Sowohl Haupt- als auch Frontkamera überzeugen uns im Produkttest mit funktionalem Nachtmodus und schaffen brillante, detailreiche Fotos sowie dynamische Videos.

Aber das iPhone 12 ist auch nicht völlig frei von Makeln: Ausbaufähig ist dabei definitiv die Akkulaufzeit und auch der Speicherplatz ist beim Standardmodell nicht überragend. Dass Netzteil und Kopfhörer im Lieferumfang fehlen, rechtfertigt Apple mit Umweltschutz, da die meisten User bereits beides besitzen. Das mag auf Netzteile für USB-A Anschlüsse zutreffen, hier wird allerdings ein Ladekabel mit dem noch eher seltenen USB-C Anschluss benötigt. Insgesamt konnte uns das iPhone 12 beim Produkttest aber allemal überzeugen: Hier ist ein optisch schönes Smartphone mit hoher Funktionalität gelungen.

Wer nun neugierig geworden ist, kann hier mehr über das iPhone 12 erfahren und sich gleich ein Modell sichern.


Über die Autoren:

Katharina Kiesenhofer und Lukas Lindmeier schreiben für den 1000things Blog über die schönsten Plätze und Unternehmungen in Österreich und Wien. Wer täglich Ausflugsziele und To-dos erkundet, ist natürlich auch mit einer Extraportion Neugierde dabei, wenn’s um technische Neuigkeiten geht: Für diesen Produkttest haben sie deshalb das iPhone 12 im turbulenten Redaktionsalltag getestet.


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