Kinder-Betrugsmaschen: In App Käufe, Roblox-Betrüger & mehr.

Kinder-Betrugsmaschen: In App Käufe, Roblox-Betrüger & mehr.

Text: Christoph Prantl | 08. Oktober 2026 08:09

Kurz zu mir: Kinder- und Familienschutz ist einer meiner Schwerpunkte bei Drei. Privat bin ich Vater von drei Jungs und außerdem im Vorstand von Maker Austria, dem größten gemeinnützigen Makerspace in Wien. Dort sehe ich regelmäßig Kinder, die mit Technik umgehen können. Oft besser als ihre Eltern. Aber Technik bedienen und Absichten erkennen sind zwei verschiedene Dinge. Genau darum geht es heute.

Betrug im Kinderzimmer beginnt selten mit einer Drohung. Er beginnt mit Vertrauen. Jemand spielt mit deinem Kind. Erst ein paar Runden, dann immer öfter. Die Person ist freundlich, hilfsbereit und scheint alles zu wissen. Sie erklärt Regeln, gibt Tipps und wird schnell zu einem vertrauten Teil des Spiels. Nach einigen Tagen folgt ein Angebot: Ein seltener Skin (= ein Avatar bzw. Spielecharakter), ein geheimes Level oder kostenlose Robux (Robux = die virtuelle Währung bei Roblox). Für ein zehnjähriges Kind wirkt das nicht verdächtig. Es sieht keinen Betrüger. Es sieht einen Freund, der ihm etwas schenken möchte.

Roblox-Betrüger & gefälschte Gewinnspiele: Wie diese Maschen ablaufen.

In Spielen wie Roblox oder Minecraft geben sich Betrüger als Mitspieler aus. Sie bauen über Tage Vertrauen auf. Dann kommt die Bitte. Für Kinder ist dieser Übergang kaum zu erkennen.

Die zweite Masche sind gefälschte Gewinnspiele. Betrüger geben sich als bekannte YouTuber aus. Sie kündigen exklusive Verlosungen an. Eine Nachricht mit einem Gewinn ist aufregend. In dieser Aufregung geben Kinder Daten heraus. Manchmal auch Bestätigungscodes oder Zahlungsdaten.

Die dritte Masche trifft nicht das Kind, sondern die Website. Im ersten Quartal 2025 hat der Drei Internetschutz eine gefälschte Seite gestoppt. Sie war eine exakte Kopie der echten Roblox-Seite. So gut gemacht, dass auch Erwachsene den Unterschied kaum gesehen hätten.

Gelockt wurde mit kostenlosen Robux. Wer sich dort anmeldete, gab Benutzername und Passwort direkt an die Betrüger. Und weil viele Konten mit Zahlungsdaten verknüpft sind, blieb es selten beim Spielkonto.


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Der Moment, in dem das Gespräch das Spiel verlässt.

Fast alle Betrugsmaschen folgen einem ähnlichen Muster: Irgendwann wird die Unterhaltung aus dem Spiel heraus verlagert.

"Schreib mir auf Discord." "Hast du WhatsApp?"

Ab diesem Moment findet der Kontakt außerhalb der geschützten Spielumgebung statt. Das Gespräch ist privat, andere können nicht mehr mitlesen. Häufig folgen dann Bitten, einen Link anzuklicken, etwas herunterzuladen oder sogar den eigenen Bildschirm zu teilen.

Genau dieser Wechsel auf einen anderen Kanal gehört zu den wichtigsten Warnsignalen. Deshalb lohnt es sich, mit Kindern darüber zu sprechen: Wenn jemand außerhalb des Spiels weiterschreiben möchte, sollten sie immer zuerst ihre Eltern fragen.

Bei Teenagern funktionieren andere Maschen.

Teenager werden selten mit virtuellen Gegenständen oder Gratis-Belohnungen geködert. Stattdessen setzen Betrüger auf Themen, die in diesem Alter besonders relevant sind: Geld, Anerkennung, Beziehungen und vermeintliche Chancen.

  • Erpressung mit privaten Fotos.Eine freundliche Nachricht auf Instagram oder Snapchat. Das Gespräch wird persönlich. Fotos werden getauscht. Dann kippt der Ton. Es wird gedroht, die Bilder an Freunde und Familie zu schicken.
  • Gefälschte Jobs und Kooperationen. Ein angebliche Recruiter oder Unternehmen verlangen vorab Geld, Ausweisdokumente oder Kontodaten.
  • Die Illusion vom schnellen Gewinn. Trading- oder Investment-Gruppen auf TikTok oder Telegram versprechen hohe Gewinne. Nach der Überweisung verschwindet die Gruppe und das Geld ist weg.
  • Gefälschte Shops & Schnäppchenfallen. Limitierte Sneaker oder Konzertkarten zu Preisen, die zu gut um wahr zu sein sind. Nach der Bezahlung wird nicht geliefert.

Und dann gibt es noch etwas, das gar kein Betrug ist: In-App-Käufe.

Ein dokumentierter Fall aus einem Elternforum: Ein Vater erhält eine Warnung von seiner Bank. Sein erster Gedanke: Die Kreditkarte wurde gestohlen. Dutzende Abbuchungen, viele davon über 100 Euro.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch etwas anderes. Es handelt sich um In-App-Käufe. Sein zehnjähriges Kind hatte in fast 300 Einzelbuchungen rund 5.500 Euro ausgegeben.

Niemand hat hier betrogen. Das Kind hat lediglich getan, wozu die App es ermutigt hat. Die erste Reaktion des Vaters war Unglauben. Die zweite Sorge.

Was hilft: reden, bevor etwas passiert.

Der beste Schutz ist kein Verbot. Es ist ein Zuhause, in dem Nachfragen normal ist.

  • Sprecht regelmäßig über Betrugsmaschen. Nicht als Belehrung, sondern im Gespräch. Zum Beispiel: „Hast du gehört, wie diese Geschichten mit den Gratis-Robux funktionieren?“
  • Vereinbart eine einfache Regel. Passwörter und Bestätigungscodes werden niemals weitergegeben. An niemanden. Auch dann nicht, wenn die Person vertraut wirkt.
  • Macht es Kindern leicht, Fehler zuzugeben. Viele schweigen nicht aus Bosheit, sondern aus Angst vor Ärger. Genau dieses Schweigen lässt den Schaden oft größer werden.
  • In-App-Käufe sperren oder für jeden Kauf eine Bestätigung verlangen.
  • Und erklärt das Warnsignal, das immer gilt: Wenn jemand das Gespräch aus dem Spiel heraus auf Discord, WhatsApp oder eine andere Plattform verlagern will, ist es Zeit, mit Mama oder Papa zu sprechen.

Wo Technik euch den Rücken freihält.

Regeln funktionieren besser, wenn man sie nicht jeden Tag neu verhandeln muss.

Genau dabei können technische Hilfsmittel unterstützen. Eine Möglichkeit ist Ohana, eine Kinderschutz-App aus Österreich. Die Regeln werden auf dem Handy der Eltern festgelegt und anschließend auf dem Gerät des Kindes umgesetzt.

So lassen sich Apps zeitlich begrenzen oder bei Bedarf sperren. Auch Webseiten können gefiltert werden. Die App funktioniert sowohl mit iPhone als auch mit Android, selbst wenn Eltern und Kinder unterschiedliche Betriebssysteme verwenden.

Für Drei Kund:innen kostet Ohana 29,90 Euro pro Jahr statt 49,90 Euro. Dieser Preis bleibt dauerhaft bestehen.

Die Einrichtung ist unkompliziert: App herunterladen, aber noch nicht öffnen. Danach eine kostenlose SMS mit dem Text OHANA an 2020 senden, den erhaltenen Link am Smartphone öffnen und ein Familienkonto anlegen.

Für gefälschte Webseiten und andere Online-Bedrohungen gibt es zusätzlich den Drei Internetschutz Pro. Er schützt auf zwei Ebenen: mit der Netzwerk-Abwehr von schädlichen Inhalten im Drei Netz für die Datenverbindung deines Handys. Und mit einer App von Bitdefender auf euren Geräten, die auch im WLAN wirkt. Ab 2,50 Euro im Monat, den ersten Monat gratis.

Hinweis: Das Ohana-Angebot ist pro Familie einmal einlösbar. Voraussetzung ist ein Drei-Handytarif (Vertrag oder Wertkarte) oder ein up-Handy-Abo. Es kann nicht mit anderen Rabatten kombiniert werden. Vertragspartner ist die Ohana Software GmbH, die die App entwickelt und betreibt. Drei ist Kooperations- und Werbepartner von Ohana.

Be safe!

Christoph

Quellen: Bitdefender Whitepaper 2026 / Global State of Scams 2025 Report, GASA / Christophs Security Update KW18 2025, Be safe @Drei


Artikel verfasst von Christoph Prantl aus dem Drei Redaktionsteam.

Über den Autor:

Christoph Prantl ist Produktmanager für Sicherheitsprodukte bei Drei. Seine Schwerpunkte sind Mobilfunksicherheit, Sicherheits-Apps sowie Kinder- und Familienschutz. Als Vater von drei Kindern verbindet er berufliche Expertise mit persönlicher Erfahrung und engagiert sich ehrenamtlich bei Maker Austria. Weitere Beiträge von Christoph findest du auf seiner Autorenseite.


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