Mobiles Internet auf hoher See: Darauf musst du am Meer achten!
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Mobiles Internet auf hoher See: Darauf musst du am Meer achten!

Text: Christoph | 17. Dezember 2025 08:09

Ob Kreuzfahrt oder Segeltörn: Viele wollen auch mitten auf dem Meer erreichbar bleiben, Urlaubsfotos teilen oder kurz etwas googeln. Doch mobiles Internet auf See ist nicht mit WLAN im Hotel vergleichbar. Auf den Wellen läuft vieles über teure Satellitenverbindungen, was schnell ins Geld gehen kann. In diesem Artikel erfährst du, wie das Internet auf dem Meer funktioniert, warum dein Handy plötzlich ins Satellitennetz wechselt, welche Kosten dich erwarten können und mit welchen Tipps du unterwegs günstig und sicher online bleibst.

Wie funktioniert mobiles Internet auf See?

Egal ob du in der Karibik segelst oder die Fjorde Norwegens erkundest: Bei mobilem Internet auf hoher See solltest du wissen, worauf du dich einlässt. Denn die Wahl der richtigen Verbindung entscheidet, ob du komfortabel surfst oder bei der Rückkehr eine teure Überraschung erlebst. Hier zeigen wir dir unterschiedliche Möglichkeiten, wie du auf dem Meer online bleibst.

Satellitengestütztes Bordnetz

Hierbei handelt es sich um den Klassiker vieler Kreuzfahrtschiffe, denn die meisten Dampfer bieten ein eigenes WLAN-Netz an, das über Satellitenverbindung funktioniert. Dabei wird das Schiff über eine GSM-Basisstation (Global System for Mobile Communications) mit einem Satelliten verbunden, der die Daten an Land weiterleitet. Das Bordnetz ist ideal für alle, die kurze Online-Zeiten planen und bereit sind, dafür extra zu zahlen oder ein Paket direkt bei der Reederei buchen möchten.

  • Vorteile:
    - flächendeckende Versorgung, auch mitten auf dem Ozean
    - einfache Buchung direkt über die Reederei
  • Nachteile:
    - teuer, bis zu 28 € pro MB oder über 140 € pro Woche möglich- eher langsam
    - nicht vom Roaming-Regulierungsschutz der EU erfasst

Starlink Maritime

Diese moderne Lösung ist eine gute Highspeed-Alternative, denn damit wird schnelles Internet auf dem Meer Realität. Die speziell entwickelte Antenne sorgt für stabile Verbindungen, sogar in entlegenen Regionen. Möglich macht das ein globales Satellitennetzwerk mit bis zu 220 Mbit/s Download und 25 Mbit/s Upload. Starlink eignet sich daher für Vielfahrende, Weltreisen, Geschäftskund:innen, große Yachten oder Schiffe mit hohem Kommunikationsbedarf.

  • Vorteile:
    - sehr hohe Geschwindigkeit und geringe Latenz
    - global verfügbar
  • Nachteile:
    - hohe Anschaffungs- und Betriebskosten je nach Anbieter
    - technische Installation erforderlich

Skyroam

Bei dieser Option erhältst du ein kompaktes Gerät mit virtueller SIM-Karte, das weltweit Mobilfunknetze nutzt und bis zu zehn Geräte gleichzeitig per WLAN versorgt. Die neue Version Skyroam Solis bietet sogar eine integrierte Powerbank und lange Akkulaufzeit. Skyroam ist perfekt für Vielreisende mit moderatem Datenverbrauch, die flexibel bleiben wollen, beispielsweise bei Weltreisen oder auf Charteryachten.

  • Vorteile:
    - günstige Flatrate: 8 €/Tag oder 80 €/Monat für unbegrenztes Datenvolumen
    - kein Vertrag notwendig, sofort einsetzbar
  • Nachteile:
    - nur 250 MB pro Tag in LTE-Geschwindigkeit, danach 2G
    - keine lokale Kartennutzung möglich

Mobiles Internet in Küstennähe

Sofern dein Gerät den nächstgelegenen Sendemast erreicht, kannst du in Reichweite des Festlands ganz normal über das Mobilfunknetz surfen. Gerade bei Segel- oder Motoryachten entlang der Küste ist das eine ideale Lösung.

  • Vorteile:
    - günstiger als Satellitenverbindungen
    - je nach Netzabdeckung auch mit EU-Roaming möglich
  • Nachteile:
    - ab ca. 10 bis 15 Seemeilen Entfernung oft kein Empfang mehr- abhängig von Wetter und Position

Worauf sollte bei der Internetnutzung am Meer geachtet werden?

Bevor du im wahrsten Sinne lossurfst, solltest du ein paar wichtige Punkte beachten. Denn auf hoher See gelten andere Regeln als an Land. Das sind die wichtigsten Faktoren, die du kennen solltest:

  • Satellitenverbindung eher vermeiden: Auf dem Schiff bist du meistens über Satellit online. Das kann aber sehr schnell sehr teuer werden. Ein einziges MB kann bis zu 28  € kosten, ein Instagram-Scroll schon mal 42  €.
  • EU-Roaming-Regeln gelten auf See nicht: Auch wenn du innerhalb der EU reist, greift die Roaming-Verordnung auf Kreuzfahrtschiffen oder Fähren nicht. Maritime Netze sind nämlich davon ausgenommen.
  • Automatische Netzverbindung deaktivieren: Du solltest vor dem Auslaufen die automatische Netzwahl abschalten. Denn dein Handy verbindet sich sonst automatisch mit dem Satellitennetz, was ungewollte Kosten verursachen kann.
  • Datenverbrauch begrenzen: Deaktiviere außerdem automatische App-Updates und E-Mail-Synchronisierungen, damit keine Hintergrunddaten kostenpflichtig übertragen werden.
  • WLAN gezielt nutzen: Wenn WLAN-Pakete an Bord angeboten werden, nutze sie bewusst. Sie sind planbarer als Mobilfunkverbindungen und in Minuten- oder Tagespaketen buchbar, jedoch oft sehr teuer.
  • Kostenbremse aktivieren: Ab einem gewissen Betrag an Datenkosten muss dein Anbieter die Verbindung automatisch trennen, sofern das technisch möglich ist. Dieser Stopp schützt dich vor bösen Überraschungen. Bei Drei beträgt das Daten-Kostenlimit 60 € bzw. 120 € brutto pro Abrechnungszeitraum.
  • Informieren statt improvisieren: Frag unbedingt vor Abfahrt bei deinem Mobilfunkanbieter und der Reederei nach den genauen Preisen und Bedingungen für mobiles Internet auf See.

Roaming auf Schiffen.

Sobald du dich auf einem Schiff befindest, gelten andere Regeln als an Land, besonders beim Thema Roaming. Denn auch wenn du innerhalb der EU unterwegs bist, greift die EU-Roaming-Verordnung auf See nicht. Der Grund: Dein Handy verbindet sich nicht mehr mit landgestützten Mobilfunkmasten, sondern mit sogenannten nicht-terrestrischen Netzen – also Satellitenverbindungen. Und diese sind von der EU-Regelung ausgenommen.

Das bedeutet: Die Preise für Anrufe, SMS und Datenübertragung auf Kreuzfahrtschiffen oder Fähren sind nicht gedeckelt und können schnell in die Höhe schießen. Eine Minute im mobilen Netz über Satellit kann mehrere Euro kosten, ein einzelnes MB sogar im zweistelligen Bereich. Besonders heikel: Diese Verbindungen können sich automatisch aktivieren, wenn du die automatische Netzwahl nicht deaktivierst.

Zur Info: Seit Juli 2022 muss dein Anbieter dich per SMS informieren, wenn du mit einem Satellitennetz verbunden bist. Daneben greift eine Datenbremse, um die Verbindung zu unterbrechen, sofern technisch möglich. Aber verlassen solltest du dich darauf nicht. Informiere dich vor der Reise lieber genau über die Bedingungen deines Tarifs und mögliche Alternativen. Hier findest du alle Informationen zu Roaming mit Vertrag bei Drei.

Handyempfang auf hoher See.

Sobald sich dein Schiff vom Festland entfernt, verschwindet meistens auch der gewohnte Handyempfang. Der Grund: Mobilfunknetze basieren auf landgestützten Sendemasten und deren Reichweite endet in der Regel nach etwa zehn bis 15 Seemeilen. Am Meer gibt es nämlich keine Mobilfunkinfrastruktur, daher bricht der Empfang komplett ab.

In Küstennähe kannst du noch über das Mobilfunknetz surfen, ideal zum Beispiel beim Segeltörn entlang der Adria oder beim Aufenthalt im Hafen. Doch je weiter du dich aufs offene Wasser bewegst, desto mehr bist du auf Alternativen angewiesen. Hier ist wichtig zu wissen: Auch wenn am Handy Netz angezeigt wird, kann es sich dabei bereits um ein teures Satelliten-Roaming handeln. Daher solltest du die automatische Netzwahl deaktivieren, um keine ungewollten Kosten zu verursachen.

Was kostet mobiles Internet auf dem Meer?

Wer auf See online bleiben will, sollte genau vergleichen und bewusst entscheiden, welche Lösung zum eigenen Budget und Bedarf passt. Egal, ob du das Internet auf dem Meer nur gelegentlich nutzt oder dauerhaft verbunden bleiben willst: Eine gute Vorbereitung schützt vor bösen Überraschungen.

  • Bei Satellitenverbindung über das Bordnetz: Auf Kreuzfahrtschiffen wird das Internet oft über ein schiffseigenes WLAN bereitgestellt. Dieses wird wiederum über Satellit mit dem Festland verbunden, eine Technologie, die hohe Betriebskosten verursacht. Die Folge: WLAN-Pakete an Bord kosten häufig zwischen zehn und 15 Euro pro Tag, bei manchen Reedereien über 140 Euro pro Woche.
  • Bei maritimem Roaming per Mobilfunknetz: Teuer wird es auch, wenn sich dein Handy automatisch in ein Satelliten-Mobilfunknetz einwählt. Die Preise liegen hier bei rund 4 bis 7 Euro pro Gesprächsminute und bei bis zu 28 Euro pro MB Datenvolumen. Eine Minute auf Social Media kann da so schon mal 42 Euro kosten.
  • Bei Skyroam: Für 8 € pro Tag bekommst du eine Flatrate ohne Datenlimit, wobei die LTE-Geschwindigkeit nach 250 MB pro Tag auf 2G reduziert wird. Für Vielreisende gibt es einen Monatstarif mit unbegrenztem Datenvolumen um 80 Euro. Nicht vergessen: Das Skyroam-Gerät selbst kostet natürlich auch Geld, bei unterschiedlichen Anbietern ungefähr zwischen 140 € und 180 €. Auf billigere B-Ware sollte zur Sicherheit verzichtet werden, da sie keine zuverlässige Stabilität liefert.
  • Bei Starlink Maritime: Starlink bietet Internet auf dem Meer mit bis zu 220 Mbit/s Download und 25 Mbit/s Upload und sorgt so für eine sehr stabile Verbindung. Die Preise variieren je nach Anbieter und Nutzung, gehören aber definitiv zu den teuersten Optionen. Das originale Mini-Kit startet beispielsweise bei 249 € mit einem anfangs monatlichen Servicetarif um 28 €. Dafür erhältst du aber global verfügbare und schnelle Verbindungen, auch mitten auf dem Ozean.

Zur Info: Hier findest du die passenden Tarife für unterwegs. Und wer die volle Kostenkontrolle will, holt sich am besten einen Wertkarten-Tarif bei Drei.


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Tipps für die Internetnutzung auf hoher See.

Damit dein Geld nicht spurlos wie im Bermudadreieck verschwindet, solltest du vorab ein paar Einstellungen am Handy vornehmen und dich gut vorbereiten. Das sind die wichtigsten Tipps für sicheres und planbares mobiles Internet auf See.

  • Roaming deaktivieren: Schalte in den Einstellungen deines Smartphones das Datenroaming aus, sonst kann sich dein Gerät automatisch in teure Satellitennetze einwählen.
  • Automatische Netzwahl ausschalten: Wähle dein Netz manuell aus, um zu verhindern, dass sich dein Handy eigenständig mit einem nicht-terrestrischen Netz verbindet.
  • WLAN bevorzugen: Nutze, wo möglich, eher das WLAN des Schiffs. Diese Pakete sind zwar kostenpflichtig, aber im Vergleich zum Satellitenroaming deutlich günstiger und planbarer.
  • Updates und Synchronisierungen deaktivieren: Schalte automatische App- oder System-Updates, Cloud-Synchronisierungen und den E-Mail-Abruf im Hintergrund aus. Diese Funktionen verbrauchen unbemerkt Daten.
  • Offline-Inhalte vorab herunterladen: Downloade Filme, Podcasts, Musik, Karten oder Reiseinformationen schon vor der Abreise. So benötigst du auf See keine Verbindung zum Streamen oder Navigieren.
  • Datenbremse aktivieren: Bei vielen Anbietern greift eine automatische Sperre ab einem bestimmten Betrag vom Datenverbrauch. Stelle sicher, dass diese Funktion aktiviert ist oder informiere dich vorab bei deinem Anbieter.
  • Flugmodus aktivieren: Wenn du sichergehen willst, dass keine mobilen Daten genutzt werden, schalte dein Handy in den Flugmodus und aktiviere WLAN manuell.
  • Vorher informieren und Alternativen prüfen: Erkundige dich bei deinem Mobilfunkanbieter und der Reederei über verfügbare WLAN-Pakete oder günstige Zusatzoptionen. Auch Geräte wie Skyroam oder Starlink Maritime können clevere Alternativen sein.

FAQ.

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Artikel verfasst von Christoph aus dem Drei Redaktionsteam.

Über den Autor:

Christoph kennt die Welt des „Digital Life“ mindestens so gut wie seine Westentasche: Ob coole Fakten rund ums Streamen, die neuesten E-Sports oder um die Privatsphäre im Internet – Redakteur Christoph kennt jeden Schmäh der digitalen Welt. Bleibe hier mit Christophs Artikeln zum Thema Digital Life auf dem Laufenden.


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