Ob im Café, am Bahnhof oder im Hotel: Öffentliches WLAN ist praktisch, wenn du unterwegs schnell ins Internet möchtest. Doch sobald du ein fremdes WLAN nutzt, solltest du wissen, dass offene Netzwerke auch Sicherheitslücken haben können. In diesem Artikel erfährst du, wie du ein fremdes WLAN findest und sicher nutzen kannst, welche Risiken, Schutzmaßnahmen und Apps es gibt und worauf du bei iPhone und Co besonders achten solltest.
Was ist fremdes WLAN und wann nutzt man es?
Fremdes WLAN bedeutet, dass du dich mit einem drahtlosen Netzwerk verbindest, das nicht dir gehört. Beispielsweise findest du offene WLAN-Netzwerke, wenn du dich in deinem Lieblingscafé, in der Uni-Bibliothek, am Flughafen oder im Hotel befindest. Solche Netze sind oft kostenlos, leicht zugänglich und meist unter Begriffen wie „offenes WLAN“, „Gast/Guest“ oder „Hotspot“ zu finden. Viele nutzen fremdes WLAN, um unterwegs Nachrichten zu checken, Dateien herunterzuladen, Musik zu streamen, auf Social Media zu posten oder E-Mails zu schreiben. Besonders praktisch ist das dann, wenn dein mobiles Datenvolumen knapp wird oder der Empfang schwach ist.
Wo finde ich kostenlose öffentliche WLAN-Hotspots?
Kostenlose öffentliche WLAN-Hotspots findest du heute fast überall. Viele Städte bieten an zentralen Plätzen oder in Parks mittlerweile gratis Internet an. Auch in Cafés, Restaurants, Bibliotheken, Einkaufszentren oder Hotels ist offenes WLAN oft Teil des Services. Außerdem stellen Bahnhöfe, Flughäfen sowie manche Züge und Busse WLAN zur Verfügung, damit du auch unterwegs verbunden bleibst und dein eigenes Datenvolumen schonen kannst. Allein in Wien stehen beispielsweise rund 400 kostenlose und öffentliche WLAN-Netzwerke zur Verfügung.
Ist die Nutzung fremder WLAN-Netzwerke legal?
Grundsätzlich ist es in Österreich erlaubt, ein fremdes WLAN zu nutzen, sofern du die Zustimmung der Betreiber:innen hast oder es sich um ein offiziell freigegebenes WLAN-Netz handelt. Viele Hotspots in Cafés, Hotels oder öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Einrichtungen sind genau dafür gedacht und werden bewusst für Gäste oder die Allgemeinheit bereitgestellt.
Nicht zulässig ist hingegen das Einloggen in private oder geschützte Netze ohne Erlaubnis. Das kann als unbefugter Zugriff und damit als Straftat gewertet werden. Selbst bei frei zugänglichen Netzen solltest du prüfen, ob es sich um das offizielle WLAN handelt, denn gefälschte Hotspots (sogenannte Pseudo-Netzwerke) sind ein bekanntes Problem für Datenmissbrauch. Im Zweifel gilt: Nur mit Zustimmung oder über offizielle, gekennzeichnete öffentliche WLANs verbinden. So surfst du nicht nur sicher, sondern auch im rechtlich zulässigen Rahmen.
Gastmodus und Passwort-Sharing: So erhältst du Zugang zu privaten WLAN-Netzwerken.
Wenn du dein heimisches WLAN mit Besuch teilen möchtest, ohne dein ganzes Netzwerk zu öffnen, ist der Gastmodus am Router die sicherste Wahl. Dabei wird ein separates WLAN erstellt, das keinen Zugriff auf private Geräte oder Dateien bietet. Das Passwort dafür kannst du problemlos weitergeben, ohne sensible Daten zu gefährden. Die Einrichtung ist meist einfach:
- Du öffnest die Router-Einstellungen in deinem Internet-Browser, wählst unter „WLAN“ bzw. „Netzwerk“ den Bereich „Gastzugang“ und vergibst einen neutralen Netzwerknamen ohne persönliche Informationen (zum Beispiel mit dem Zusatz „Gast“).
- Danach erstellst du ein starkes Passwort aus Groß- und Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen und stellst sicher, dass WPA2 oder WPA3 als Verschlüsselung aktiv ist.
- Zusätzlich kannst du Rechte festlegen, etwa welche Webseiten erreichbar sind oder wie viel Bandbreite verfügbar ist.
Praktisch: Der Gastmodus lässt sich jederzeit ein- oder ausschalten und auch für smarte Geräte wie Saugroboter nutzen, um diese vom eigentlichen Heimnetz zu trennen.
Daneben gibt es einen weiteren praktischen Weg, um anderen Zugang zu deinem Netzwerk zu geben: Passwort-Sharing. Damit kannst du Freund:innen oder Familie ins WLAN lassen, ohne das Passwort mühsam zu diktieren oder auf einen Zettel zu schreiben. Das spart Zeit, vermeidet Tippfehler und sorgt für mehr Sicherheit.
- Bei iPhones und iPads: Beide Geräte müssen entsperrt, nah beieinander und in den Kontakten gespeichert sein. Sobald sich dein Besuch ins WLAN einloggen möchte, erscheint auf deinem Display die Option, das Passwort automatisch zu teilen – verschlüsselt und ohne dass es im Klartext angezeigt wird.
- Bei Android-Geräten funktioniert Passwort-Sharing oft über einen QR-Code, den dein Gegenüber nur noch scannen muss.
Sicherheitsrisiken bei fremden WLAN-Verbindungen minimieren.
Offene und kostenlose Netzwerke sind manchmal nicht ausreichend verschlüsselt, sodass Dritte Daten mitlesen oder verändern könnten. Kriminelle können beispielsweise versuchen, Passwörter, E-Mails oder persönliche Informationen abzufangen. Auch Schadsoftware wie Spyware kann leichter auf dein Gerät gelangen, wenn du ungeschützt im öffentlichen WLAN unterwegs bist. Vermeide daher Onlinebanking oder das Einloggen in wichtige Konten, wenn keine sichere Verbindung besteht. Um diese Risiken zu minimieren, solltest du in öffentlichen Netzwerken keine sensiblen Daten unverschlüsselt übertragen und dich nur auf Webseiten mit HTTPS anmelden.
- Besonders wirksam ist ein VPN (Virtual Private Network): Es verschlüsselt den gesamten Datenverkehr zwischen deinem Gerät und dem Internet, sodass selbst im offenen WLAN niemand sehen kann, was du online machst. Gute VPN-Dienste sind auf Laptops und Smartphones einfach zu bedienen und bieten zusätzlichen Schutz, indem sie deine IP-Adresse verschleiern.
- iPhone-User:innen können mit ein paar zusätzlichen Schritten ebenfalls ihren Schutz erhöhen: Um am iPhone für Sicherheit im öffentlichen WLAN zu sorgen, aktiviere in deinen WLAN-Einstellungen die Option „Private WLAN-Adresse“, um Tracking zu verhindern und es so Kriminellen schwerer zu machen, dich zu identifizieren. Schalte außerdem die automatische Verbindung zu offenen Netzwerken aus, damit sich dein Gerät nicht ungewollt mit einem unsicheren Hotspot verbindet.
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Die besten Apps zur sicheren Nutzung fremder WLAN-Netzwerke.
Folgende Apps helfen dabei, deine mobile Sicherheit beim Surfen zu erhöhen und fremde Netzwerke gezielt auswählen.
- ProtonVPN: Diese kostenlose App sorgt dafür, dass deine Daten auch in unsicheren, öffentlichen WLANs geschützt bleiben. Die App verschlüsselt deinen gesamten Internetverkehr, sodass niemand mitlesen kann. Besonders praktisch: Die kostenlose Version hat kein Datenlimit und funktioniert auf iPhone und Android. In der Bezahl-Version kannst du ProtonVPN auf mehreren Geräten sowie in zusätzlichen Ländern nutzen.
- Wifi4EU Map: Mit dieser Anwendung findest du zugängliche WLAN-Hotspots, die von Städten und Gemeinden innerhalb der EU bereitgestellt werden. Die App zeigt dir nicht nur die Standorte, sondern sorgt auch dafür, dass du dich gezielt mit vertrauenswürdigen Netzwerken verbindest. Wifi4EU Map ist gratis verfügbar für iOS und Android-Geräte.
- NetSpot: Die kostenlose App für iPhone und Android ist ein Tool, mit dem du WLAN-Netze in deiner Umgebung und weltweit analysieren kannst. Die Anwendung zeigt dir Signalstärke, Reichweite und Sicherheitsstatus an. So kannst du unterwegs schnell entscheiden, welches Netzwerk die beste und sicherste Verbindung bietet
Alternativen, wenn kein fremdes WLAN verfügbar ist.
Wenn kein fremdes WLAN in Sicht ist, musst du trotzdem nicht offline bleiben.
- Eine flexible Lösung ist der mobile Hotspot: Dabei nutzt du beispielsweise dein Smartphone, um eine eigene WLAN-Verbindung aufzubauen. Das ist eine ideale Lösung, wenn du unterwegs arbeiten oder streamen willst. Achte dabei auf dein Datenvolumen und sichere den Hotspot mit einem starken Passwort, um unbefugten Zugriff zu vermeiden. Hier findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einrichtung.
- Eine weitere Option ist das Tethering: Du verbindest dein Handy per USB-Kabel oder Bluetooth direkt mit deinem Laptop oder Tablet.
- In vielen Hotels, Zügen oder bei Mobilfunkanbietern gibt es außerdem kostenpflichtige WLAN-Pakete, die oft sicherer sind als ein komplett offenes WLAN.
FAQ
In Österreich gilt das Einloggen in private oder geschützte WLAN-Netzwerke ohne Zustimmung als unbefugter Zugriff und kann strafbar sein. Nutze daher nur offizielle, freigegebene Netze, bei denen du die Erlaubnis hast.
Es gibt mehrere Möglichkeiten: Verbinde dich nur mit bekannten, offiziell freigegebenen Netzwerken, nutze Webseiten mit HTTPS und aktiviere ein VPN, um deinen gesamten Datenverkehr zu verschlüsseln. Auf dem iPhone kannst du zusätzlich „Private WLAN-Adresse“ einschalten und die automatische Verbindung zu offenen Netzen deaktivieren.
Offizielle WLAN-Netzwerke sind oft durch Hinweisschilder vor Ort und Kennzeichnungen im öffentlichen Raum, Informationen in Hotelmappen, Aufstellern oder auf der Website der Einrichtung gekennzeichnet. Achte darauf, dass eine WPA2- oder WPA3-Verschlüsselung aktiv ist und vermeide Netzwerke mit generischen Namen, die nicht eindeutig zugeordnet werden können.
Unverschlüsselt übertragene Daten wie Passwörter, E-Mails, Nachrichteninhalte oder persönliche Informationen können von Dritten mitgelesen werden. Auch der Zugriff auf Geräte im gleichen Netz ist bei fehlendem Schutz möglich.
Nutze am besten den Gastmodus deines Routers. Dabei wird ein eigenes WLAN mit separatem Passwort erstellt, das keinen Zugriff auf dein Heimnetz erlaubt. Richte es mit WPA2/WPA3-Verschlüsselung ein und teile das Passwort sicher. Das geht am besten über Passwort-Sharing am iPhone oder mittels QR-Code auf Android.
Sicherheit ist dir wichtig? Dann halte auch dein Postfach sauber! Hier erfährst du alles über den Umgang mit Spam-Mails. Außerdem erklären wir hier den abgesicherten Modus bei Windows 11 und Android-Geräten, um gröbere Probleme zu beheben.
Artikel verfasst von Christoph aus dem Drei Redaktionsteam.
Über den Autor:
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