Du wunderst dich, warum dein Internet manchmal im Schneckentempo unterwegs ist, obwohl eigentlich voller Empfang angezeigt wird? Oft liefert der sogenannte RSRP-Wert die Antwort darauf. Wir erklären dir, was hinter dieser Abkürzung steckt und wie du dein Signal ganz einfach optimieren kannst.
Was ist RSRP?
RSRP steht für Reference Signal Received Power. Was zuerst einmal nach einem Zungenbrecher klingt, ist eigentlich ganz simpel: Es ist ein Maß für die Stärke des Signals, das dein Smartphone oder Router von einem Mobilfunkmast empfängt. Der RSRP-Wert ist damit eine wichtige Kennzahl, um zu beurteilen, wie stabil deine 4G- oder 5G-Verbindung wirklich ist. Denn ein starkes Signal geht meistens mit einer flüssigen Internetnutzung einher, während sich ein schlechter RSRP-Wert in verlangsamtem Surfen zeigt.
Allerdings ist der RSRP nicht der einzige entscheidende Wert. Die Geschwindigkeit deines Internets hängt unter anderem auch von folgenden Faktoren ab:
- Netzauslastung (Anzahl der User:innen)
- Frequenzband
- Netztechnologie (4G vs. 5G)
- Signalqualität (RSRQ, SINR)
RSRP-Signal verstehen: Welche Werte sind gut oder schlecht?
Beim RSRP werden die Werte in Dezibel Milliwatt (dBm) gemessen. Da es sich um negative Zahlen handelt, gilt hier die Faustregel: Je näher der Wert an der Null liegt, desto besser ist dein Empfang.
| RSRP-Wert (in dBm | Qualität der Verbindung |
|---|---|
| -44 bis -80 | Hervorragend: 4K-Streaming und Gaming laufen flüssig. |
| -80 bis -90 | Gut: schnelles Internet ohne Probleme. |
| -90 bis -100 | Ausreichend: Surfen klappt, aber es wird langsamer. |
| -100 bis -110 | Grenzwertig: Die Geschwindigkeit sinkt, erste kleine Ruckler sind möglich. |
| Unter -110 | Schlecht: Kaum Empfang, sehr langsames Internet |
Der Unterschied zwischen RSRP, RSRQ und SINR.
Wenn du dich mit den Netzwerkeinstellungen deines Routers beschäftigst, werden dir drei Begriffe begegnen:
- RSRP: Die reine Signalstärke der Basisstation.
- RSRQ (Reference Signal Received Quality): Definiert die Qualität des empfangenen Funksignals, indem er die Signalstärke (RSRP) ins Verhältnis zur gesamten Empfangsleistung inklusive Störungen und Rauschen (RSSI) setzt. Je höher dieser Wert ist, desto „sauberer“ ist das Signal, was besonders bei hoher Netzauslastung für eine stabile und schnelle Datenübertragung sorgt.
- SINR (Signal to Interference plus Noise Ratio): Das Verhältnis von Nutzsignal zu Störsignalen. Je klarer sich das Signal vom Rauschen abhebt, desto mehr Daten können pro Sekunde übertragen werden.
Für eine stabile und schnelle Verbindung spielen also nicht nur der RSRP-Wert eine Rolle, sondern auch die Signalqualität (RSRQ) und die Störungsfreiheit (SINR).
Wie kannst du deinen RSRP-Wert messen?
Du musst kein Technik-Genie sein, um deinen RSRP-Wert herauszufinden. So geht's:
- Am Smartphone: Bei Android findest du die Info unter Einstellungen > Über das Telefon > Status > Signalstärke.
iPhone-Nutzer:innen können den „Field Test Mode" nutzen: Dazu öffnest du die Telefon-App und wählst den Code *3001#12345#*. Anschließend werden dir sämtliche Details über dein Signal aufgelistet, inklusive RSRP-Wert. - Am Router: Logge dich in das Admin-Interface deines Routers ein (meistens über eine IP-Adresse im Browser). Dort werden unter „Status" oder „Netzwerk" die Signalwerte detailliert aufgelistet.
- Apps: Es gibt zahlreiche kostenlose Apps wie „Network Cell Info" oder „LTE Discovery", die dir die Werte in Echtzeit anzeigen.
RSRP-Wert verbessern: Die besten Tipps für besseren Empfang.
Wenn dein Wert im roten Bereich liegt, kannst du mit einigen einfachen Tricks nachhelfen, um deine Verbindung zu optimieren:
- Fensternähe: Wände und Stahlbeton dämpfen das Signal massiv. Platziere deinen Router näher an einem Fenster.
- Freie Bahn: Platziere den Router möglichst frei im Raum statt hinter einem Schrank oder dem Sofa.
- Router-Standort wechseln: Manchmal machen schon ein paar Zentimeter oder eine andere Zimmerseite den entscheidenden Unterschied.
Typische Ursachen für ein schlechtes RSRP-Signal.
Warum ist das Signal manchmal so schwach? Das kann verschiedene Gründe haben:
- Entfernung: Du bist zu weit vom nächsten Sendemast entfernt.
- Hindernisse: Gebäude, Bäume oder – ganz klassisch in Österreich – Berge und Hügel versperren die Sichtverbindung zum Mast.
- Ländliche Regionen: In sehr abgelegenen Gebieten kann die Abdeckung schwächer ausfallen.
Wenn du dein Heimnetzwerk für optimale Reichweite optimieren willst, erfährst du in diesem Artikel, wie du einen WLAN-Access-Point einrichten kannst.
FAQ
Alles, was besser als -80 dBm ist, gilt als hervorragend. Bis -90 dBm ist dein Empfang immer noch im grünen Bereich.
Das liegt meist an einer großen Distanz zum Funkmasten oder an baulichen Hindernissen wie dicken Wänden oder Bergen, die das Signal blockieren.
Ja, definitiv: Ein schlechter RSRP-Wert führt dazu, dass Datenpakete wiederholt gesendet werden müssen, was deine Downloadrate spürbar senkt.
dBm ist die Maßeinheit (Dezibel Milliwatt), während RSRP die Bezeichnung für den spezifischen Wert ist, der gemessen wird.
Hand aufs Herz: Wann hast du zum letzten Mal dein WLAN-Passwort geändert? Von Zeit zu Zeit solltest du es aktualisieren. Falls du dabei auf den Begriff SSID stößt, erfährst du hier, was es damit auf sich hat.
Artikel verfasst von Matthias aus dem Drei Redaktionsteam.
Über den Autor:
Wer es nicht im Kopf hat, hat es in den Beinen? Nicht mit Redakteur Matthias. Denn wo immer es einen Life Hack oder einen Kniff gibt, der uns das Leben erleichtert: Matthias kennt ihn – und teilt sein Wissen in seinen Artikeln gerne mit Ihnen. Du willst mehr davon? Hier geht es zu allen Beiträgen von Matthias rund um die besten Tipps & Tricks.